Buchrezension#26 – Zero – Sie wissen, was du tust

Titel: Zero – Sie wissen, was du tust
Autor: Marc Elsberg
Verlag: Blanvalet Verlag
Erscheinung: 26.05.2014
Seitenanzahl: 480 Seiten

Inhalt:

London. Bei einer Verfolgungsjagd wird ein Junge erschossen. Sein Tod führt die Journalistin Cynthia Bonsant zu der gefeierten Internetplattform Freemee.
Diese Sammelt und analysiert Daten- und verspricht dadurch ihren Millionen Nutzern ein besseres Leben und mehr Erfolg.
Nur einer warnt vor Freemee und vor der Macht, die der Online – Newcomer einigen wenigen verleihen könnte: ZERO, der meistgesuchte Online-Aktivist der Welt.
Als Cynthia anfänft, genauer zu recherchieren, wird sie selbst zur Gejagten.
Doch in einer Welt voller Kameras, Datenbrillen und Smartphones gibt es kein Entkommen……

Der Autor:

Marc Elsberg wurde 1967 in Wien geboren. Er war Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung in Wien und Hamburg sowie Kolumnist der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“.
Heite lebt und arbeitet er in Wien. Mit seinem internationalen Bestsellern „Blackout“ und „Zero“ etabliert er sich auch als Meister des Science-Thrillers.
Beide Thriller wurden von „bild der wissenschaft“ als Wissensbuch des Jahres in der Rubrik Unterhaltung ausgezeichnet und machten ihn zu einem gefragten Gesprächspartner von Politik und Wirtschaft.

Rezension:

Cynthia Bonsant arbeitet in London als Journalistin, wofür sie von ihrem Chef eine Brille bekommt, die ihr bei der Arbeit helfen soll. Sie nimmt sie verwundert entgegen, bis sie bemerkt, dass es keine gewöhnliche, sondern eine Datenbrille ist…..
Eigentlich steht Cynthia der modernen Technik eher skeptisch gegenüber aber aus interesse, setzt sie die Brille während der Heimfahrt mit dem Bus auf, um sie auszuprobieren. Erstaunt stellt sie fest, das sie jegliche Daten von Personen durch die Gesichtserkennung, angezeigt bekommt. Name, Anschrift, Beruf, Alter, uvm., werden ihr einfach so vor Augen geführt……

Zuhause angekommen nimmt ihre Tochter Viola Bonsant, ganz begeistert ihr die Brille ab und probiert sie auch gleich aus. Dabei fragt sie ihre Mutter ob sie die Brille ihren Freunden zeigen darf…..

Als die drei Freunde Viola, Adam und Edward unterwegs sind, probieren sie natürlich gleich die Datenbrille aus.
Als Adam sie aufsetzt und einen Mann damit beobachtet, wird ihm das Profil angezeigt.
Name, Wohnort, Alter, Vorstrafe, uvm., darunter aber auch, das nach diesem Mann gefahndet wird, worauf der sonst so schüchterne Adam, sich eine verfolgungsjagt mit dem verdächtigen Mann liefert…….

Zuhause angekommen, erfährt Cynthia von ihrer Tochter, dass es eine App gibt, die einem Entscheidungen abnimmt und ständig Tipps gibt, die einem ein besseres Leben ermöglichen sollen…..

Die Welt ist vernetzt und nur wenige Menschen jederzeit über jeden Bescheid. Kameras, Smartwatches, Smartphones, Datenbrillen, usw.

Willkommen in Paranoia!

Nur einer setzt sich diesen Firmen und dieser ständigen Überwachung zur Wehr: Der Internetaktivist ZERO!

Der Autor Marc Elsberg, beschreibt in seinem Roman „ZERO“, eine Welt, in der es keine Geheimnisse mehr zu geben scheint.
Eine Welt wo an jeder Ecke eine Überwachungskamera ist, wo Datenbrillen alles über jeden preisgeben und alles in Echtzeit ins Netz streamen, was ihnen vor die Linse kommt, Smartwatches die alles über deine Körperfunktionen wissen, Algorythmen die mehr über einen wissen als man selbst, Apps die dir sagen was du tun sollst und was nicht und Firmen die mit allen diesen Daten Geld verdienen und alles über dich wissen.
Doch das alles ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern reale Gegenwart.
In dem fesselnden Roman, geht es um den sogenannten gläsernen Bürger, Big Data, Big Brother, usw.
Mit einem hauch an Kritik gegenüber solcher Technik und Firmen die mit unseren Daten Geld verdienen, geht der Schriftsteller, auch auf auf die Frage ein, was wohl passieren würde, wenn diese ganze Technik in die, grob gesagt, falschen Hände, Konzerne odg., käme.
Wenn man Menschen unbewusst so steuern könnte, dass sie zum Beispiel einen nur noch bestimmten Präsidenten, wählen würden, oder nur noch eine bestimmte Marke kaufen würden, odg.

Wenn man eben Menschen durch Apps, so steuern könnte, dass sie es selbst nicht mal merken, aber alles zum „Wohle“ eines Weltkonzernes, odg.

Ein packender Roman, der schnell zu lesen ist und dem Leser zum Nachdenken anregt und vielleicht sogar das eine oder andere mulmige Gefühl in der Bauchregion in einem hinterlässt.

Dazu möchte ich auch einen kurzen Satz aus dem Buch zitieren:

„Weit über ihr entdeckt Cyn das Funkeln des ersten Sterns. Oder ist es ein Satellit, der auf Sie herunterblickt?“
(Seite: 470)

Am Ende des Werkes gibt es noch ein Glossar, wo verschiedene Begriffe, Programme uvm. aufgelistet und erklärt werden. Wie Anonymous, Big Data, Prism, FISC, Gesichtserkennung, uvm.

Dann noch ein Figurenverzeichnis, wo die Protagonistin und alle wichtigen Personen, nochmals aufgelistet sind.

Dann noch ein Nachwort und Dank, sowie ein kurzes aber aufregendes Bonusmaterial.

Als letztes befindet sich im Buch, noch ein kurzes Statement vom Autor selbst dazu. Dabei basiert der Text aus einer im Jahre 2014 gehaltenen Rede des Autors.

Ein extrem fesselnder Roman, den ich wirklich ohne schlechten Gewissens, einem jeden weiterempfehlen kann!

5 von 5 Sternen

Cover:

image

Leseprobe, Interview des Autors, uvm., wie immer auf:

http://www.randomhouse.de

Mfg
Matthias 😀

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Danke für diese differenzierte Bewertung. Nun mag ich Elsberg eh gerne – also offene Türen eingerannt. Das Buch werde ich definitiv lesen.
    Keine Geheimnissen stimmt jedoch nur bedingt. Dieser Umstand ist nur dann konsequent erfüllt, wenn auch der Einzelne alles über Vernetzungen, Absichten und Handlungen der Politiker, Militärs und Konzerne kennt, diese einschätzen und sich dann frei entscheiden kann, was er will oder eben nicht will und diese Entscheidung auch allgemein akzeptiert wird. Wenn jeder Einzelne einsehen kann, was über ihn gespeichert worden ist, angefangen von Personalakten des Arbeitgebers bis hin zu Staaten (Terrorlisten), Gesundheitssystemen und dergl. Bisher ist das alles sehr einseitig und die Informationsverteilung nicht im Gleichgewicht.
    Ein weiteres Problem unserer Zeit sehe ich darin, dass eben so viele sich Entscheidungen abnehmen lassen, also letzten Endes keine echte Verantwortung übernehmen wollen, dann aber jammern und nach Unabhängigkeit und Freiheit schreien. Mit welchem Recht? Wenn ich mich von allen Seiten pampern lasse, bin ich eben in Abhängigkeit. Das ist doch logisch. Es ist mir fast schon peinlich, diesen Satz unendlich zu wiederholen, aber es scheint mir nötig: Freiheit bekommt man nicht zum Nulltarif.

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    1. Bitte, sehr gerne! Das war das erste Buch von Elsberg und ja, ich muss gestehen, ich habe einen neuen Lieblingsautor! 😀

      Ein Buch was ich selbst auch noch von ihm lesen möchte/werde, ist Helix!

      Ja, da hast du recht. Denn die wissen ja alles über uns, aber wir tappen bei ihnen im Dunkeln.
      Wie es immer so schön heißt, „Wer überwacht die überwacher?!“
      Der Satz gefällt mir mal echt! 😀

      Wobei auch mit dem Thema Sicherheit eine große Rolle spielt.

      Da muss man sich eben so wie es (leider) aussieht, entscheiden.

      Was ist dem Einzelnen wichtiger: Sicherheit oder Freiheit?!

      GlG 🙂

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      1. Freiheit. Absolute Sicherheit gibt es nicht.

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  2. Das Buch steht seit ein paar Wochen in meinem Regal. Muss nur noch gelesen werden 😉 (Ich habe immer zuviel zum Lesen und muss mich nach und nach „durcharbeiten“)

    „Blackout“ von Elsberg habe ich bereits gelesen und war sehr angetan. Eine erschreckend nahe und offenkundig gut recherchierte Vision, die er darin beschreibt.

    Bin gespannt auf „Zero“!

    Viele schöne Grüße an Dich!

    Gefällt mir

    1. Ja, das „Problem“ kenne ich leider auch. XD

      „Blackout“, kenne ich leider noch gar nicht, werde aber versuchen es auch noch zu lesen. Aber auch „Helix“ hat mein Interesse auf mich gezogen.

      Wünsche dir viel Lesevergnügen und Spannung bei „Zero“!!

      Schöne Grüße zurück. 😀

      Gefällt 1 Person

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