Die Montagslyriker! Heute mit: Simone Birkner!

Der nächste Montagslyriker steht schon in den Startlöchern!😎

Oder besser gesagt, die nächste Montagslyrikerin. Denn heute gibt es lyrische Frauenpower für Euch, mit unserer 4. Montagslyrikerin. Viele von euch kennen sie und ihren wunderbaren Blog, doch mit unseren 5. Fragen denen sie sich gestellt hat, werdet ihr sie noch ein wenig besser kennen lernen.

Die Montagslyriker präsentieren: Simone Birkner! 👏👏

Doch lassen wir sie nun selbst zu Wort kommen. 👌

Viel Spaß wünschen euch – die Montagslyriker ➡️ Mia ⬅️ und Matthias!

Frage 1: Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)

Nun ja. So ganz genau kann man das nicht sagen. Als Kind habe ich nebenher viel gelesen – mit 11 hatte ich nach den Stadtteil-Bibliotheken dann auch die Zentrale Jugendbibliothek ausgelesen und verlegte mich auf die „Erwachsenenliteratur“.
Zum einen also, mit Sicherheit das Lesen. Mit etwa 13 Jahren beschloss ich mit dem großem Ernst eines Teenagers, Romanschriftstellerin zu werden. Zum Glück hatte ich zu dieser Zeit eine Deutschlehrerin, die meine Begeisterung für das Schreiben ernst nahm und mich ermunterte, Kurzgeschichten auf Wettbewerbe einzuschicken.
Zur Gedichtform kam ich erst ein paar Jahre später: Nachdem alle bis dahin begonnene Roman-Versuche schließlich an meinem Durchhaltevermögen gescheitert waren, wollte ich etwas schreibend zu Ende bringen… so kam ich zur Lyrik.
Die Form ist mir bis heute geblieben – und nein, den Roman habe ich immer noch nicht geschrieben.
Allerdings gab es ein paar Menschen, die mich mit durchhalte-Parolen zu meinen Gedichten versorgt haben und so habe ich tatsächlich bis heute nicht wieder damit aufgehört.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen
dunklen Geheimnissen)

…dass ich meinen Namen tanzen kann, Schokolade liebe (vor allem gute)und die spanische Sprache, gerne Felsen hochklettere und Berge, keinen Fernseher besitze und im übrigen der Meinung bin, dass das Schöne getan werden muss, weil es genauso wichtig ist wie die Würde des Menschen oder die Freiheit…
…dass man es schwer aushält mit mir einen Film anzugucken. Kann ich nicht empfehlen. Anschlussfehler sehe ich meistens und auf sentimentales Schauspiel oder gar schlechtes Schauspiel reagiere ich allergisch und kann all dies nicht unkommentiert lassen.

3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)

Götter verehre ich nicht, wohl aber große Geister der Vergangenheit. Sokrates zum Beispiel oder Schiller und seine Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen.
Meine erste große Lyrikliebe war Rose Ausländer. Ihr Werk hat mich lange Zeit geprägt. Ich verehre außerdem Paul Celan, Joseph von Eichendorff, Mascha Kaleko, Christian Morgenstern aber auch bildende Künstler wie Marc Chagall, Joseph Beuys oder ganz was anderes – Musiker, wie zum Beispiel Jeff Buckley, dessen Auftritte so unmittelbar waren, keine Aufführung in dem Sinne, sondern eine weitere Probe, nur mit Zuschauern, so etwas bewundere ich. Menschen die ihre Fähigkeiten in allen Facetten erkunden und sich nicht hinter einem fertigen, immer gleichen Auftritt verstecken.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)

Außer meinem Blog natürlich, gibt es ab und zu Lesungen von mir wenn es sich ergibt und bisher sind 20 meiner Gedichte in einer Anthologie in dem Münchener „Verlag in der Lindenstraße“ erschienen, sowie eine Gedichtbesprechung auf dasgedichtblog.de

5. Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem
Bild von dir? )

Lavendelmorgen

Es werden diese
Nächte gewesen sein.

Nächte,
die der Morgen nur
ein wenig
beiseite schob,

um Felder zu pflanzen
auf den Wangen der Wolken,

Felder mit leuchtendem Lavendel.

Nächte, die
aus unseren Träumen fielen
so zart und so lautlos

fielen sie
zwischen unsere Sätze

bis der Morgen
uns ins Wort fiel,
nicht ausreden ließ.

Diese Nächte
ließen wir stehen,

nicht beendete Sätze
im rauhen Novemberwind.

Der November verblühte
und der Lavendel des Morgens

längst geschnitten
mit der Sichel des Mondes.

Vielleicht habe ich nur
ein Sommerherz
das in deinem kalten Winter
zu sehr friert

Und vielleicht
sind wir nur
ein angefangener Satz

weit über den zarten Wangen
der Wolken weht er

im kalten Wind des November.

Madrid, geliebtes -/Ode an eine Stadt

So früh
steckt die Sonne dir
Pfirsichblüten ins Haar –
in das wehende Haar deiner Straßen.

Verblühte Stunden
lese ich einzeln auf
verblühte Stunden, in deinen Straßen.

Im langen Atem deiner Nächte
muss es noch
irgendwo sein:
meine Großmutter, das Lachen, ihre Güte –
der Graupapagei Curro auf ihrem Balkon

So sandhell wie deine Tage,
meine Erinnerung –
in den Straßen verwehen ihre Spuren

Habe ich nicht
hier
getanzt, geweint und geliebt?

Zu früh
band dir Großmutter
ihren letzten Atem ins Haar
in das wehende Haar deiner Straßen –

mein Damals
ist heute
längst ausgekämmt

Das war es auch für heute schon wieder von uns, den Montagslyrikern und einen herzlichen Dank an Simone Birkner!

Und natürlich nicht zu vergessen: Schaut auch bei ➡️ Mia ⬅️ vorbei!!! 👍😀

Mfg

Matthias 😀

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