Die Montagslyriker – Unsere Nr 5 der Runde: N. D. Hörmann!

Die Zeit vergeht und im nächsten Augenblick beginnt schon wieder eine neue Woche!

Und mit Beginn einer neuen Woche und einem neuen Montag, gibt es selbstverständlich auch wieder einen neuen Montagslyriker.

Und zwar den 5. in unserer Reihe, den Autor, N.D. Hörmann!

Viele kennen ihn und einen Auszug aus seinem Werk bereits, vom letzter Woche, vom Werbemontag.

Doch heute dürft ihr ihn noch genauer kennenlernen, denn auch er stellte sich unseren 5 Fragen. Auch hat er uns dankenswerterweise, eine sehr lange Leseprobe zukommen lassen.

Und nun lassen wir ihn doch selbst zu Wort kommen. Erhascht auch wie immer bei der äußerst charmanten Mia auf Miasraum, einen Blick!! 👍🏻😀

Ein herzliches Willkommen: N. D. HÖRMANN

1. Der Daimon, der mich zum Schreiben verführte war ein kontemplativer Abend, an dem ich mein Leben hinterfragt habe. Was will ich, was soll ich hier? Die Antwort dieser Fragen fiel mir auf der Couch wie Schuppen von den Augen: Ich muss schreiben. Spontan wurde ich zum verlorenen Sohn, der am Ende Zeugnis in Form von Geschichten ablegt.

2. Wer mich kennenlernen will muss den Konflikt verstehen, der in mir fast jeden Moment brodelt. Das ist einfacher gesagt als getan, da ich ihn selbst nicht ganz verstehe- das Problem wird evident. Ich bin gefangen in der Balance zwischen „l’art pour l’art“ und unternehmerischem Geist. Schreibe ich für mich, Leser, die ich an einer Hand abzählen kann oder eine breite Masse, die mich vermutlich nicht versteht. Diese Polarität zieht sich durch mein gesamtes Leben, zumindest so lange, bis ich die Einheit der Dinge erkannt habe. Und jetzt kommt der Knackpunkt, das Ding, das es erst zu einem Konflikt oder einfach nur absurd macht: Ich nehme weder mich, noch diese Welt ernst. Ich merke, statt Macken aufzuzählen drifte ich in die Psychoanalyse ab.

3. „Hebe einen Stein auf und ich bin da. Spalte ein Stück Holz und Du wirst mich finden.“ Die Götter, die ich ehre sind überall. Die größte Prägung erfuhren meine Literatur und ich durch die Geschichten, die Douglas Adams, Mark Twain, H.P Lovecraft und Terry Pratchett dieser Welt hinterlassen haben. Diese Meister finden sich in jedem Text und jeder absurden Übertreibung, die ich setze wieder.

Lange Leseprobe

Der erste Dialog

Eine Stupsnase, auf der sich Sommersprossen dicht nebeneinander reihen. Hohe Wangenknochen, die auf Grund der Deckenbeleuchtung einen leichten Schatten werfen. Grüne Augen, die von dunklen Ringen der Nacht gezeichnet sind und deren Tiefe unendlich scheint.

»Mutter.«

Es ist kein Gedanke, kein Wort sondern ein Gefühl, das dem trägen, schläfrigen Körper Kraft gibt. Genug Kraft, um mit einer winzigen Hand einen Finger zu umklammern. Die erste Berührung verleiht der neuen, lichtdurchfluteten Welt plötzlich Bedeutung und drängt die Erinnerung an die Finsternis, an den Zustand vor der Existenz in Vergessenheit.

»Sieh an wie stark Du schon bist. Mit jedem Tag wird es mehr. Und irgendwann kann Dich nichts mehr aufhalten. Da bin ich mir sicher.«

Zuversicht macht sich breit und gibt Hoffnung, dass die Welt, in die es gerade geboren wurde nichts als Liebe bereithält. Ein Leben voller Licht, das gerade groß genug für diese eine Berührung ist. Mehr braucht es auch nicht. Denn durch das Aufeinandertreffen in diesem Raum wird das Leben erst greifbar. Diese unvorstellbare Existenz, die gerade erst beginnt seinen Lauf zu nehmen. Doch dieser Gedanke, sowie alle die folgen, liegt noch in weiter Zukunft, die jetzt nicht wichtig ist.

»Du brauchst einen Namen. Dein Vater und ich haben entschieden zu warten, bis Du da bist.«

Die Augen gewöhnen sich langsam an das Licht. Mit jedem Moment tritt es mehr und mehr an die Stelle der Finsternis, bis die Dunkelheit fremd ist. Die Interwalle aus hell und dunkel, die von schweren Lidern hervorgerufen werden dienen als einzige Zeugen an ein Leben in Schatten. Die neue Welt scheint ein ständiger Wechsel zu sein, als stünde alles in Vibration. Geräusche gefolgt von Stille, Druck gefolgt von Erleichterung. Zwei Seiten, die sich abwechseln. Noch ist es evident. Doch wie das gleißende Licht wird auch die Welle verschwinden, gewöhnt man sich erst an sie.

»Ein Name muss gut überlegt sein, schließlich wird er dich Dein gesamtes Leben über begleiten und formen.«

Das Lächeln erstirbt und kräuselt sich. Die Luft brennt in kleinen Flügeln, die sich nun schneller ausdehnen und zusammenziehen- jetzt, da das Zentrum der Welt vergangen ist. Ein Schrei wird geäußert, der von Trauer und Panik spricht und zum ersten Mal im eigenen Kopf widerklingt. Die Sicht ist getrübt und der Geschmack von Salz sticht winzige Lippen, die zum ersten Mal schmecken. Doch ist es nicht von Dauer, nichts ist von Dauer.

»Sssch. Nicht weinen, alles ist gut.«

Die Welt kehrt zurück, wippt vorsichtig auf und ab und scheint im Reinen. Das Lächeln ist breit und vertreibt Trauer und Panik. Der Griff um den Finger wird stärker, als wollte er das Leben an sich reißen auf dass es sich nie wieder ändert. Eine sanfte Stimme, die nicht spricht, löst ein Gefühl der Geborgenheit aus und rhythmisches Auf und Nieder lallen den schwachen Körper in einen Schlummer. Die Finsternis kehrt zurück wirkt neu und befremdlich, doch ist sie zu müde, um interessant zu wirken.

»So ist es brav. Ich glaube, ich schließe mich an. Du hast mich ja ganz schön auf Trab gehalten.«

Der erste Traum ist wirr und zeigt Bilder, an die es sich nicht erinnern kann und selbst wenn, wären sie mit dieser neuen Existenz nicht konform. Das meiste ist leer oder wirkt leer. Was vor dem Anfang war kennt das Ego nicht, versteht es nicht. Also wird es zu Nichts. Nicht Schatten, nicht Bilder, nicht Weiß, nicht Schwarz- Nichts. Eine gängige Erklärung; es träumt nicht. Und doch regt sich etwas in der Welt des Hypnos, das nur der Gott des Schlafes zu erkennen mag.

»Entschuldige, hab ich Dich geweckt?«

»Ja«

Eine neue Stimme, ein ähnliches Gefühl. Die Welt wird um ein Lächeln breiter. Diesmal ist es rauer, tiefer doch zeugt es von derselben Liebe. Kanten und Schatten zeichnen das Gesicht, in dem dunkle Augen und ein schmaler Mund liegen. Der Bariton des Lachens wird zu einem Fels in der Welt, an dem alles zerschlägt, was sich ihm in den Weg stellt.

»Vater«

Er vollendet die Vibration der Mutter und lässt die Welt ganz werden. Geborgenheit und Schutz treffen aufeinander. Die Einheit ist neu und fremd doch allgegenwärtig, wie ein Gesetz aus dem sich das Leben zusammensetzt. Er beugt sich hinunter und küsst das neue Gesicht, eine Stirn in Falten, das andere im Licht. Die zweite Berührung, die Existenz wird durch Zuneigung komplett. Und die Welt wird um ein drittes Lächeln breiter.

»Nathan.«

Sein Blog: www.nekolaumischedeutung.com

Instagram: https://www.instagram.com/n.d.hrmn/

Mfg

Matthias 😀

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  1. Very nice one…💯
    My dear friend…💯

    THNKYOU for follow…💯

    🎉💯💯🎄

    Gefällt 1 Person

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