Die Montagslyriker! Heute mit dem 10 Lyriker: Roland Pöllnitz

Die Zeit vergeht und nun ist auch schon wieder der zweite Montag im neuen Jahr.

Und eben darum gibt es heute auch den zweiten Montagslyriker im neuen Jahr.

Und zwar unseren 10. Lyriker der noch immer laufenden und großartigen 5. Runde:

Roland Pöllnitz 👏👏

Optimistisch und mit einem humanistischen Herzen ausgestattet, erzählt und schreibt er seine beeindruckenden und schönen Verse.

Aber lassen wir ihn doch einfach selbst zu Wort kommen und darum……..Bühne frei für Roland Pöllnitz!! 👏

Und natürlich gibt es den Beitrag auch wieder bei der lieben Kollegen Mia, auf Miasraum!!! 👍🏻😀

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
Es ist etwas zwanzig Jahre her, da verfolgen mich in meinen Alpträumen mafiöse Gläubiger, ließ der verärgerte Vermieter mir die Wohnung räumen, verurteilten mich erbarmungslose Richter in roten Roben, saß ich bis auf die Knochen abgemagert bei Wasser und Brot im Schuldturm. Dämonische Visagen beugten sich über mich, berührten mit ihren fratzenhaften Masken beinahe des mein Gesicht. Aus ihren weit aufgerissenen Mündern quollen inquisitorische Fragen und beißende Vorwürfe. Ich wollte nur noch weg, weit weg in das ferne Land Kyrgyzstan. Dort begegnete ich dem Issyk-Kul. Am Ende eines Passes erstrahlte er in einem unbeschreiblichen Türkis, umrahmt von schneebedeckten Bergen, und die Wolken lagen auf den Gipfeln wie Haufen von Schlagsahne, eine blaue Perle, eingefasst von Diamanten, ein unvergesslicher Anblick. Da quollen die ersten Verse aus meinem Herzen, denn die Liebe war es, die mich inspirierte, und sie ist es noch heute.
2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
Wer mich kennenlernen möchte, kommt am besten in unser Hofcafé nach Haberloh. Dort bewirten wir nicht nur unsere Gäste, dort entstehen auch viele meiner Werke in der abgeschiedenen Dorfidylle. Manche meine Freunde sagen, ich sei nicht normal, dafür lieben sie mich aber. Ich bin stets voller verrückter Ideen und meine Phantasie scheint manchmal grenzenlos zu sein. Meine größte Macke ist aber mein unverbesserlicher Optimismus.
3. Welche Götter verehrst du?
Musik, Malerei und Poesie haben seit frühester Jugend einen großen Einfluss auf mich ausgeübt. Ich bin meinen Eltern und meinen Lehrern dafür außerordentlich dankbar. Noch heute erinnere ich mich an eines meiner ersten Bücher, das ich von meinen Eltern geschenkt bekam: »Alfons Zitterbacke«. Das erste Buch, welches ich mir selbst kaufte war Jules Vernes »In 80 Tagen um die Welt«, ein Buch, das meine Reiselust entfachte wie kein anderes. Später drängten sich Karl May und Stanisław Lem in mein Leben. Während meines Maschinenbaustudiums machte ich Bekanntschaft mit vielen guten Autoren: Hermann Hesse, Stefan Zweig, Heinrich Böll, Erich Maria Remarque, Ernest Hemingway, John Updike, Jack Kerouac, Robert Merle und viele andere. Als meine Sehnsucht nach Asien größer wurde, las ich Juri Rytchëu, Tschingis Aitmatow und Galsan Tschinag. Die beiden Letzteren habe ich auch persönlich kennenlernen dürfen. Inzwischen beeinflussen auch der Dalai Lama, Thích Nh?t H?nh und Ajahn Brahm mit ihren buddhistisch-humanistischen Werken mein Denken, Handeln und Schreiben. Alle diese wunderbaren Autoren haben mit der Göttlichkeit ihrer Herzen geschrieben. Und ich versuche es auch.
4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
Selbstverständlich müssen alle werke erst einmal geschrieben werden. Jedes Buch erlebt seine Premiere bei uns im Hofcafé Haberloh vor geladenen Gästen und der Presse. Natürlich veröffentliche ich viele meiner Gedichte im Internet bei Facebook und Mystorys oder anderen Plattformen. Ab und an veranstalte ich Lesungen oder werde zu Lesungen geladen. Auch an einem Poetry-Slam habe ich teilgenommen. Meine Intention ist es nicht, auf Teufel komm raus berühmt zu werden. Der Spaß am Schreiben und der therapeutische Zweck stehen im Mittelpunkt meiner Poesie. Alles, was ich aus mir heraus schreibe, kann mich nicht mehr belasten, im Gegenteil, es verstärkt meine Selbstheilungskräfte und die positive Energie, die in meinem Herzen brodelt.
5. Und nun, zeige dich!

Facebook: https://www.facebook.com/roland.pollnitz

Morgenlächeln
Am frühen Morgen
dehnte sich im grauen Osten
ein überirdisch schöner, rosa Streifen,
so zauberhaft,
so schwebend zwischen Himmel
und Erde, so losgelöst.
Ein wunderbares Morgenlächeln,
ein Gruß aus unbekannter Ferne.
Tief atmete ich befreit
den frischen Äther,
streckte unwillkürlich
beide Hände dem
magischen Bild entgegen –
wie zu einem Gebet.
Wenn es solche Farben gibt,
solche Formen,
dann ist das Leben schön
und lebenswert.
So sauge ich mich mit meinen
Blicken daran fest und
verschlinge jeden rosigen Strahl,
bis ich selbst ein Teil
des Lichts werde,
ein Teil des Lächelns
dieser Welt.
Nachts am Fluss
Die Nacht ist lind und zärtlich,
gar schläfrig strömt der Fluss,
der Wind spielt in den Weiden,
so fern sind alle Leiden
bei einem süßen Kuss.
Es glucksen leis die Fische,
das Wasser geht an Land,
die Nacht beginnt zu leben,
wenn lichte Nebel schweben
so wie von Geisterhand.
Vom Ufer steigen Düfte,
versilbert glänzt das Nass,
es duftet nach Kamille
in nächtlich weiter Stille,
der Mond wird leichenblass.
Septembermorgen
Piano schummrig küsst das Licht
verträumt Septembermorgen,
die Liebste zärtlich zu mir spricht,
liebkost mit Lippen mein Gesicht,
kredenzt sich selbst als Leibgericht,
vertreibt die Alltagssorgen.
Winterzauber
Die Welt bedeckt mit Diamanten
in einem weißen Hochzeitskleid,
es stehen schneebedeckte Tannen
zum Winterwalzer schon bereit.
Sie möchten sich im Tanze wiegen,
es flittert Schnee auf sie herab,
die Meise zirpt auf ihrer Geige,
der Frost schwingt Dirigentenstab.
Doch bleiben sie verwurzelt stehen
in leuchtend weißer Glitzerpracht,
es tanzen nur die Schneekristalle
in zauberhafter Winternacht.

Mfg

Matthias 😀

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