Buchrezension#50 – Freischwimmen

Titel: Freischwimmen – Eine Frauengeschichte aus dem Engadin

Autorin: Flurinda Rascher-Janett

Verlag: Verlag Agentur Altepost

Erscheinung: 1. Feburar 2019

Seitenanzahl: 208 Seiten

Inhalt:

Flurinda Rascher-Janett (1938) hat mit ihren Lebenserinnerungen ein Kapitel zur Bündner Frauengeschichte aufgeschlagen, das so noch kaum bekannt ist: die Erfahrungen und Erlebnisse einer Frau aus der unmittelbaren Nachkriegsgeneration, die noch unter dem Zwang alter Auffassungen über Rollen und Frausein mit den Möglichkeiten von Emanzipation, Eigenständigkeit und Selbstbestimmung seit den 70er-Jahren zurechtkommen musste.

Flurinda Rascher hat den Weg des Kämpfens und mutigen Einstehens für sich und für ihre Generation von Frauen gewählt. In einem offenen Elternhaus aufgewachsen – die kreative und geschäftstüchtige Mutter straft alle Vorstellungen von Weiblichkeit Lügen, der Vater ein Kulturmensch – war Flurinda Rascher schon früh gezwungen, ihre unkonventionelle Mutter, ihr Vorbild und Herausforderung zugleich, gegenüber den alteingesessenen Rollennormen im bäuerlichen und streng konservativen Unterengadin zu rechtfertigen und zu verteidigen.

Die Autorin:

Flurinda Rascher-Janett-Stationen: 1938 geboren im Elternhaus der Mutter in Seraplana, 1945 Besuch der Primarschule S-chadatsch/Stradau-Martina, 1952 Drei Schulhahre auf der Sekundarschule in Ramosch, 1954 Für ein Jahr Aux-pair-Mädchen in Lausanne, 1955 Ausbildung zur Postgehilfin in Trübbach, 1960 Eheschließung mit Curadin Rascher, 1961-66 Geburt von drei Kindern, 1976 Wahl zur Präsidentin der SM (Musikschule Engradina Bassa/Val Müstair, 1988 Wahl zur Leiterin der SM, 1988-1990 Ausbildung zur Erwachsenenbildnerin an der AEB in Luzern, 1993 Wahl zur Kirchenrätin der Evangelisch-Reformierten Landeskirche Graubünden. Ausbildung dieses Ehrenamtes über elf Jahre. In dieser Zeit auch für drei Jahre Präsidentin der Frauenkonferenz des SEK, 1995 Umzug nach Scuol, 2000 Pensionierung, 2008-2015 Ehrenamtliche Mitarbeit in der “Oase“.

Rezension:

Das Buch “Freischwimmen“ der Autorin Flurinda Rascher-Janett, ist eine kurze Biografie, aber auch zugleich ein kritsches Werk über die konservativen Bestimmungen gegenüber Frauen in dem Schweizer Tal Engadin, Kanton Graubünden, die noch bis heute in einzelnen Lebensbereichen bei Frauen zu spüren sind.

Mit ihrer Biografie, gibt sie dem Leser aber zugleich auch eine Botschaft mit, dass man trotz Hindernisse und starkem Gegenwind, nie aufgeben sollte. Dies zeigt sich eben in ihrem Werk, dass die Autorin bis heute für vieles gekämpft hat und noch immer für eine Gleichberechtigung der Frau kämpft.

In 15 kurzen Kapiteln zeigt sie dabei viele Misstände auf, die es politisch sowie auch von kirchlicher Seite, von jeher gab und gibt.

So durften bis ins Jahr 1995 Frauen nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis von ihren Männern, Bankkonten führen, sowie auch Wählen, während es in Deutschland und Österreich das Frauenwahlrecht schon seit 1918 gab. Oder dass Frauen keine eigenständigen Läden eröffnen durften. Es musste immer der Mann als Inhaber angeführt werden. Eben viele dieser Misstände, aber auch ihren Kampf dagegen, schildert sie in ihrer Kurzbiografie.

Zum Buch selbst ist zu erwähnen, dass es die ersten zwei/drei Kapiteln, ein wenig trocken ist. Aber dies ändert sich im Laufe des Buches. Zu lesen ist es sehr schnell, da es einerseits groß geschrieben und schön aufgeteilt ist, andererseits nur 111 Seiten aufweist. Davon sind einige schwarzweiß Abbildungen enthalten. Interessant zu erwähnen ist, dass das Buch zwei “Hälften“ hat. Die ersten 111 Seiten sind in Deutsch verfasst, doch dreht man dass Buch auf die Rückseite, so ist die gesamte Biografie nochmals 111 Seiten lang, nur eben in der retroromanischen Sprache zu lesen.

Einerseits kann man sagen, dass es für Freunde von Biografien gut zu lesen ist, andererseits aber auch für Leser die ein wenig etwas über die Geschichte von dem Tal Engadin erfahren möchten. Leider muss man sagen, dass es doch ein klein wenig zu kurz und unscheinbar ist um eine größere Leserschaft anzusprechen. Was aber natürlich nicht die Leistung der Autorin schmälern soll.

3 von 5 Sternen

Cover:

Mit großem Dank an Literaturtest für die Bereitstellung des Exemplares!

Mfg

Matthias 😃

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