Montagslyriker Nr. 11 – Rene Lindenau

Einen schönen Montagabend wünschen euch das Team der der Montagslyriker, die wunderbare Kollegin Mia von Miasraum und ich.

Ja, nach einer der letzten Woche wo die Montagslyriker wieder Pause hatten, geht es heute wieder weiter. Heute dürfen wir euch wieder einmal einen männlichen Part unserer 6. Runde vorstellen.

Denn heute steht auf unserer Montagslyrikerbühne der Autor:

René Lindenau 👏🏻👏🏻👏🏻

1.Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)

Ganz profan könnte man sagen, ich bin manchmal der Dämon in Person. Da küsst einen die Muse,
um Schönes und weniger Schönes in Worte zu fassen, sich über Erlebtes oder Empfundenes zu äußern oder um Schmerz, Unglück und Ungerechtigkeiten zu verarbeiten.
Es kann eine willkommene Lebenshilfe sein, wenn man sich auszudrücken weiß, man sich neu erfinden, orientieren und wenn man auf diese Weise verloren gegangenen Halt zurück erobern kann. Ferner empfinde ich das Schreiben als Form der Therapie, um Schmerz, Ungerechtigkeiten und gewisse nachrichtlich übermittelte Ereignisse zu verarbeiten. All das wird dann zu meinem Textmaterial

Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)

Selbsteinschätzungen sind ja nicht die einfachste Übung. Ich sage da immer, über mich sollten besser andere urteilen. Vor- und Nachteil ist, das ich in den letzten Jahren recht emotional geworden bin. Ob es mit dem viel zu frühen Tod meiner Eltern zusammenhängt? Es mag natürlich sein – aber gelegentlich ist es zu viel des Guten.
Schlecht ist, das ich unangenehme Dinge oft aufschiebe. Als positiv empfinde ich, das ich den letzten Jahren deutlich mein Selbstbewusstsein steigern konnte. Da hätte ich einige Dinge einfach nicht gesagt und getan. Hier bin ich auch richtig stolz auf mich.
Die ganz dunklen Geheimnisse behalte ich natürlich für mich, sonst wären sie ja keine mehr.
Aber einige sind möglicherweise (?) in meinen Gedichten versteckt.
Ansonsten findet man mich oft indisch essen, bahntechnisch meist im RE 2 nach Berlin, im SprechCafé (wo es um Flüchtlingsarbeit im Besonderen dem Lernen der deutschen Sprache geht) sowie daheim beim lesen, schreiben beziehungsweise am PC.

Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)

Als jemand der Gedichte schreibt, interessiert mich natürlich die Lyrik der „Anderen“.
Nennen kann ich da, als sonst ja „Ungläubiger“; Heine, Ringelnatz, Tucholsky, Brecht und Neruda.
Alle lesenswert und mit ihren Werken auf ihre Art göttlich, nicht nur in ihrer Lyrik – bis heute aktuell.
Viel lese ich in Lyrik Gruppen von Facebook. Ein großes Interesse hege ich nebenher für Sachbücher; vorrangig Politik, Geschichte, was mich andererseits mit geprägt hat, aber auch Reservoir für neue Ideen ist. So wie der Alltag überhaupt.
Dennoch treibt mich oft die Angst eines jeden Autors vor Schreibblockaden und Ideenlosigkeit um.

Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)

Viel reden und Klinken putzen, ist da wohl angesagt.das. Einen anderen Weg gibt es nicht. Es sei denn man schreibt nur für die Schublade. Aber ich möchte die Köpfe und Herzen von Menschen erreichen und etwas bei ihnen auslösen: Mal ganz optimistisch gedacht.
Neue Verse veröffentliche ich auf Facebook. Schon dort ergeben sich manchmal spannende Diskussionen. Bislang ist es mir unter anderem gelungen mehrfach Ausgaben eines Stadtmagazins einzudringen, wo man mir Platz für meine Texte frei geschaufelt hat. Während die Stadtbibliothek Interesse an meinen Büchern bekundete, zwei sind bisher auf den Markt gelangt, schweigt sich die (provinzielle) Lokalpresse trotz mehrfacher Anfragen bis heute aus.
Ein neues Buch ist nun geschrieben. Es hat den Titel Gedicht – Collagen“ und erscheint im Juni diesen Jahres im MoKo Verlag. Dieses Buch enthält neben den Gedichten, auch zahlreiche eigene Fotos. Zwei Bände habe ich zuvor anderswo veröffentlicht, einige Exemplare wären noch von mir direkt zu beziehen.

Wo man mich neben der eigenen Facebook Seite virtuell noch erfahren und erlesen kann;

Instagram René Lindenau

https://www.facebook.com/groups/Gedichte.und.Lyrik/

https://www.facebook.com/groups/398871653886811/

Buch:
Titel „Gedicht -Collagen“ sein

Und nun zeige dich:

Satzweise

Wozu taugen gute Vorsätze,
ohne den Hauptsatz:
Sie haben das Ziel erreicht.

Alles versucht zu haben,
war nicht genug.
Ausreden werden oft zu Hauptsätzen.

Satz auf Satz geht unter,
in der Grammatik des Alltags.
Und machen Platz für neue Vorsätze.

Das Mädchen mit den Mandelaugen

Porzellan hat sie noch nie gehabt.
Im Glashaus sitzen andere,
und werfen mit Steinen auf sie.

Ihre Mandelaugen,
haben längst durchschaut:

Zu große Scherenschnitte,
von Arm und Reich,
vertragen sich nicht.

Was ihr blieb,
war ein Becher aus Pappe.
Denn das Porzellan hatten ja andere.

Ihre Mandelaugen,
haben längst durchschaut:

Zu große Scherenschnitte,
von Arm und Reich,
vertragen sich nicht.

So trugen ihre wunden Füße,
sie durch die Stadt.
Und kaputt landet sie in der Bahn.

Ihre Mandelaugen,
haben längst durchschaut:

Zu große Scherenschnitte,
von Arm und Reich,
vertragen sich nicht.

Mit ihrem Becher aus Pappe,
hält sie unser schlechtes Gewissen vor´s satte Gesicht.
Immer mit einem Lächeln, unfassbar, auch bei einem „Nein“.
Aber in Wirklichkeit wird sie weinen.

Das Mädchen mit den Mandelaugen:

Längst hat sie, sie durchschaut.
Der Reichtum der Nein Sager,
ist die Armut dieser Welt.

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