Montagslyriker-Special – Geschichte in drei Teilen Nr. 2

Heute geht es weiter mit unserem Montagslyriker-Special und mit unserer Autorin Olga Polikevic und ihrer wunderbaren Geschichte.

Denn heute könnt ihr, bei der lieben Kollegin Mia auf Miasraum und bei mir, den exclusiven zweiten Teil der Geschichte lesen.

Daher wĂŒnsche ich euch nun viel VergnĂŒgen mit dem nĂ€chsten Teil. đŸ‘đŸ»â˜ș

Teil2:
Und unsere kleine Heldin, verließ ohne Bedauern den Zauberspielzeugladen mit ihrer neuen Besitzerin. Sie lag in ihrer Verpackung und ĂŒberlegte fĂŒr welches MĂ€dchen sie wohl gekauft wurde. In der Verpackung war es sehr dunkel, es gab nicht mal einen kleinen Schlitz, um zu sehen wohin sie gebracht wurde. Doch dann endlich öffnete dieselbe Frau die Verpackung, holte vorsichtig die Puppe heraus, kĂŒsste und drĂŒckte sie wieder sanft an sich.
„Jetzt wirst bei mir leben. Ich werde dich Lucille nennen. Dieser Name bedeutet ‚kleines Licht‘. Du wirst mir von diesem Tag an Licht und Freude bringen. Magst du diesen Name?”, fragte sie am Ende die Puppe.
Puppe wollte ihr antworten, dass sie diesen Namen sehr mochte. Ein Name, wie bei einem echten MÀdchen. Nur leider konnte sie ihre Lippen, Arme, Beine oder ihre schönen Augen nicht bewegen.
„Ich werde dir neue Sachen nĂ€hen. Du wirst viele schöne Kleider haben. Und schlafen wirst du in deinem eigenen Bett.”
Vorsichtig setzte die Frau Lucille in einen Sessel und die kleine Schöne fing an sich umzuschauen. Sie bewunderte die Schönheit und das Reichtum aller Sachen, die sie umgaben.
„Diese Frau hat viel Geld und sie hat mich nicht fĂŒr irgendein MĂ€dchen, sondern fĂŒr sich selbst gekauft. Nur wozu braucht eine erwachsene Frau eine Puppe?”
Lucille wusste keine Antwort auf diese Frage, war aber glĂŒcklich ab jetzt so eine gutmĂŒtige Besitzerin und so ein herrliches neues zuhause zu haben.
Tage vergingen schnell. Der Puppe ging es bei ihrer neuen ‚Mama‘ gut. So hat sie fĂŒr sich angefangen ihre neue gutmĂŒtige Besitzerin zu nennen. Und ihre ‚Mama‘ fing an Lucille sehr lieb zu haben, nĂ€hte fĂŒr sie schöne Kleider, las ihr MĂ€rchen, sang Lieder vor und verbrachte viel Zeit mit ihr.
Das PĂŒppchen erfuhr, dass ihre ‚Mama‘ eine Tochter hatte und dass dieses MĂ€dchen vor vielen Jahren am Weihnachtsmarkt spurlos verschwand. Nach dem MĂ€dchen wurde lange erfolglos gesucht. Lucille hörte, dass dieses MĂ€dchen auch Lucille hieß und sie – Puppe diesem MĂ€dchen sehr Ă€hnlich sah.
Manchmal sah und hörte Lucille, wie ihre ‚Mama‘ weinte, sie tat ihr sehr leid. Sie hĂ€tte sie gern getröstet, ihr gesagt, sie liebt sie, konnte es aber nicht.
Seitdem ihre ‚Mama‘ sie gekauft und aus dem Spielzeugzauberladen weggebracht hat, wurde Lucille nachts nicht mehr lebendig. Sie blieb eine gewöhnliche Puppe, obwohl sie alles hören, sehen und fĂŒhlen konnte. Sie sorgte sich sehr um ihre ‚Mama‘ und hat sie sehr lieb gewonnen. Ihr Traumwunsch ein richtiges, lebendiges MĂ€dchen zu werden, wurde mit jedem Tag immer stĂ€rker.

Morgen kommt dann das große Finale mit dem dritten und letzten Teil der Geschichte.

Mfg

Matthias 😀

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