Weihnachtsspecial#2 2019 🎄

Ein weißes Hallo an diesem 2. Dezember zum 2. Weihnachtsspecial hier bei mir. 👋🏻☺️

Ja, auch bei uns dürfen wir heute wieder den Schnee willkommen heißen. ❄️🌨️🌨️❄️. Hoffentlich bleibt er vielleicht ein wenig länger als vor ein zwei Wochen. 😂👍🏻

Nun aber zum nächsten Türchen, zur nächsten Geschichte.

Ich wünsche euch noch einen nicht allzu stressigen Montag und ja, um 19:00 Uhr darf ichbeuch natürlich wieder herzlich einladen zum Montagslyrikerabend. 👋🏻☺️🎉

Mfg

Matthias 🎄🌨️

Das kleine Mädchen mit den Schwefelhözern

Autor: Hans Christian Andersen

Es war so gräßlich kalt; es schneite und es
begann dunkler Abend zu werden. Es war auch der letzte Abend des
Jahres, Silvesterabend. In dieser Kälte und in dieser Dunkelheit ging
auf der Straße ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopf und nackten
Füßen; ja, sie hatte zwar Pantoffeln angehabt, als sie von Hause
wegging, aber was nützte das schon! Es waren sehr große Pantoffeln, ihre
Mutter hatte sie zuletzt benutzt, so groß waren sie, und die verlor die
Kleine, als sie über die Straße eilte, während zwei Wagen so
erschreckend schnell vorbeifuhren. Der eine Pantoffel war nicht zu
finden, und mit dem andern lief ein Knabe davon; er sagte, den könne er
als Wiege brauchen, wenn er selbst einmal Kinder bekomme.

Da ging
nun das kleine Mädchen auf den nackten, kleinen Füßen, die vor Kälte
rot und blau waren. In einer alten Schürze trug sie eine Menge
Schwefelhölzer, und ein Bund hielt sie in der Hand. Niemand hatte ihr
den ganzen Tag hindurch etwas abgekauft; niemand hatte ihr einen kleinen
Schilling gegeben. Hungrig und verfroren ging sie dahin und sah so
eingeschüchtert aus, die arme Kleine! Die Schneeflocken fielen in ihr
langes, blondes Haar, das sich so schon um den Nacken ringelte, aber an
diese Pracht dachte sie wahrlich nicht. Aus allen Fenstern glänzten die
Lichter, und dann roch es auf der Straße so herrlich nach Gänsebraten;
es war ja Silvester- abend, ja, daran dachte sie!

Drüben in einem
Winkel zwischen zwei Häusern, von denen das eine etwas mehr vorsprang
als das andere, dort setzte sie sich hin und kauerte sich zusammen. Die
kleinen Beine hatte sie unter sich hochgezogen; aber es fror sie noch
mehr, und nach Hause zu gehen, wagte sie nicht. Sie hatte ja keine
Schwefelhölzer verkauft, nicht einen einzigen Schilling bekommen. Ihr
Vater würde sie schlagen, und kalt war es zu Hause, sie hatten nur eben
das Dach über sich, und da pfiff der Wind herein, obwohl in die größten
Spalten Stroh und Lumpen gestopft waren. Ihre kleinen Hände waren
beinahe ganz abgestorben vor Kälte. Ach! Ein kleines Schwefelhölzchen
könnte guttun. Wenn sie es nur wagen würde, eines aus dem Bund zu
ziehen, es gegen die Wand zu streichen und die Finger zu erwärmen! Sie
zog eins heraus, ritsch! Wie es sprühte, wie es brannte! Es war eine
warme, helle Flamme, wie ein kleines Licht, als sie, es mit der Hand
umschirmte. Es war ein seltsames Licht: dem kleinen Mädchen war es, als
säße es vor einem großen, eisernen Ofen mit blanken Messingkugeln und
einem Messingrohr. Das Feuer brannte so herrlich, wärmte so gut; nein,
was war das! Die Kleine streckte schon die Füße aus, um auch diese zu
wärmen – da erlosch die Flamme. Der Ofen verschwand, sie saß mit einem
kleinen Stück des abgebrannten Schwefelhölzchens in der Hand.

Ein
neues wurde angestrichen, es brannte, es leuchtete, und wo der Schein
auf die Mauer fiel, wurde diese durch- sichtig wie ein Schleier; sie sah
gerade in die Stube hinein, wo der Tisch gedeckt stand mit einem
blendendweißen Tischtuch, mit feinem Porzellan, und herrlich dampfte die
gebratene Gans, gefüllt mit Zwetschgen und Äpfeln; und was noch
prächtiger war: die Gans sprang von der Schüssel herunter, watschelte
durch die Stube, mit Messer und Gabel im Rücken; gerade auf das arme
Mädchen kam sie zu. Da erlosch das Schwefelholz, und es war nur die
dicke, kalte Mauer zu sehen.

Die Kleine zündete ein neues an. Da
saß sie unter dem schönsten Weihnachtsbaum; er war noch größer und
schöner geschmückt als der, den sie bei der letzten Weihnacht durch die
Glastür bei dem Kaufmann gesehen hatte. An den grünen Zweigen brannten
tausend Kerzen, und bunte Bilder, gleich denen, welche die Schaufenster
schmückten, sahen auf sie herab. Die Kleine streckte beide Hände in die
Höhe – da erlosch das Schwefelholz; die vielen Weihnachtslichter stiegen
höher und höher. Sie sah, jetzt waren sie zu den hellen Sternen
geworden, einer von ihnen fiel und hinterließ einen langen Feuerstreifen
am Himmel. »Jetzt stirbt jemand«, sagte die Kleine, denn die alte
Großmutter, die einzige, die gut zu ihr gewesen, aber nun tot war, hatte
gesagt: wenn ein Stern fällt, geht eine Seele hinauf zu Gott.

Sie
strich wieder ein Schwefelhölzchen gegen die Mauer, es leuchtete
ringsumher, und in dem Glanz stand die alte Großmutter, so klar, so
schimmernd, so mild und lieblich.
»Großmutter«, rief die Kleine, »oh,
nimm mich mit! Ich weiß, du bist fort, wenn das Schwefelhölzchen
ausgeht, fort, ebenso wie der warme Ofen, der herrliche Gänsebraten und
der große, gesegnete Weihnachtsbaum!«

Und sie strich hastig den
ganzen Rest von Schwefelhölzern an, die im Bund waren. Sie wollte
Großmutter recht festhalten; und die Schwefelhölzer leuchteten mit einem
solchen Glanz, dass es heller war als der lichte Tag. Großmutter war
früher nie so schön, so groß gewesen; sie hob das kleine Mädchen auf
ihren Arm, und sie flogen in Glanz und Freude so hoch, so hoch dahin;
und dort war keine Kälte, kein Hunger, keine Angst, sie waren bei Gott.

Aber
im Winkel beim Hause saß in der kalten Morgenstunde das kleine Mädchen
mit roten Wangen, mit einem Lächeln um den Mund – tot, erfroren am
letzten Abend des alten Jahres. Der Neujahrsmorgen ging über der kleinen
Leiche auf die mit den Schwefelhölzern dasaß, von denen ein Bund fast
abgebrannt war. Sie hatte sich wärmen wollen, sagte man. Niemand wußte,
was sie Schönes gesehen hatte und in welchem Glanz sie mit der alten
Großmutter eingegangen war zur Neujahrsfreude.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Maccabros sagt:

    Nun, mit Schnee kann ich nicht dienen, nur mit zugefrorenen Autoscheiben… 😉

    Gefällt 1 Person

    1. 👌😂 Dankeschön. Ja, der Schnee ist jetzt weg und zugefrorene Autoscheiben auch wieder da. 😅😂

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  2. wechselweib sagt:

    Furchtbar traurige Geschichte, hat mich als Kind völlig fertig gemacht.

    Gefällt 1 Person

    1. Das stimmt. Ich kannte die Geschichte bis vor ein paar Jahren gar nicht, aber beim ersten Mal lesen, ging es mir auch so.

      Gefällt 1 Person

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