Die Montagslyriker – Yannik Stuhr

Einen wunderschönen Montagabend! 👋😃

Jaaa, auch die Montagslyriker sind wieder zurück und heißen euch alle hoffentlich wieder gesund und fit im neuen Jahr, herzlich Willkommen. 👋😊

Wir hoffen es war eine nicht gänzlich langatmige und kunstlose Zeit ohne uns!? 😉😂😂😂🎉

Lasst uns, die hochgeschätzte Kollegin Mia von Miasraum und mich, euch auch im Jahre 2020 wieder großartige Menschen aus allen Bereichen der Kunst präsentieren und vorstellen. Die aktuelle siebte Runde geht nun mit voller Kraft weiter und wir hoffen unser erster Teilnehmer des Jahres gefällt euch genauso gut wie uns. 👌😊

Darum möchte ich ihn gleich auf die Montagslyriker-Bühne bitten und ihn zu Worte kommen lassen.

Einen rießen Applaus für: 👏🏻👏🏻😀

Yannik Stuhr

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zur Kunst verführte?

Der Dämon, der mich zur Kunst verführte, nennt sich überquellende Kreativität. Neben dem Schreiben entfalte ich mich auch in der Musik. Wenn ich nicht schreibe oder Musik mache, fühle ich mich schnell blockiert und laufe über mit Ideen. Daher brauche ich dieses Ventil, was die Kunst wohl auf eine gewisse Art Mittel zum Zweck macht. Ich möchte einfach meine Ideen weitergeben und hoffe mit dem was ich produzieren beim Konsumenten Fragen zu hinterlassen, bei denen sie auf der Suche nach der Antwort etwas über sich oder die Welt erfahren.
2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
sehr viel nachvollziehen kannst. Empathie ist mein Steckenpferd. Ich bin sehr sensibel, was Stimmung, Atmosphäre, Mimik, Gestik und die kleinen Sachen betrifft. Ich nehme sehr viel wahr, von anderen und mir selbst. Reflektieren und (Über-)Denken sind meine größten Hobbies, was man eventuell an meinen Texten merkt. Wichtig ist mir auch Harmonie und ein faires Miteinander. Ich bin sehr darauf aus, dass sich jedes Gruppenmitglied gleichwertig und wichtig fühlt
3. Welche Götter verehrst du?
Grundsätzlich finde ich das Konzept eines oder mehrerer Götter nicht für mich gemacht. Allerdings gibt es Künstler, die große Wirkung auf mich haben und mich schon immer inspirieren. Einer und der wahrscheinlich größte Einfluss auf mich ist Alex Turner, der Sänger der Arctic Monkeys. Meiner Meinung nach schreibt niemand so lyrisch, so bildlich, so emotional, wie er. Er vereint textlich so viele Bilder, aus alten, neuen und vor allem ungewöhnlichen Kontexten, dass es eine unverwechselbare Charakteristik in seinen Werken kreiert. Was mich des Weiteren an ihm fasziniert, ist seine Artistik um das Bild des Musikers – er ist der Method Actor unter den Musikern. Zu jedem neuen Album entwickeln sich die Arctic Monkeys und auch Alex Turner. Jedes neue Konzept bringt neuen Kontext und doch passt das Gesamtwerk zusammen. Einfach faszinierend.
Von aktuellen, deutschen Künstler würde ich definitiv Max Richard Leßmann angeben. Seine Texte von früher sprießen in den schönsten Farben der Melancholie und der Liebe. Heute ist es Liebe durch und durch. So echt wie er, kann kaum jemand von ihr schreiben.
Meine Lieblingsschriftsteller sind Camus, Frisch, Böll und Wilde. Auf Instagram lese ich gerne bei @tonio.kroeger, @kursives_ich, @sebastianschmausser, @nordplatzdichter und @wortwanderung
4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
Also ich veröffentliche meine Texte auf Instagram, hab aber nicht das Ziel bekannt zu werden. Ich möchte einfach meine Sachen irgendwo veröffentlichen, um sie nicht nur für mich zu behalten. Wenn sie Leute berühren und Fragen hinterlassen, dann freue ich mich. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann ist das auch ok. Ich hab nicht das Ziel unbedingt riesengroß zu werden oder mich zu vermarkten. Ich möchte nur schreiben, mich mit anderen austauschen und andere supporten.
5. Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir? )

https://www.instagram.com/pech.see/

1. PECHSEE
In deinen Zirkeln liegen Blumen
Acht Stück an der Zahl
Ein Rendezvous am Pechsee
Smalltalk mit dem Gondelier
Und du tanzt so wunderschön
Cha Cha Slides am Abgrund
Herzlich Willkommen
In des Teufels Observatorium
6. VERDAU MICH
Sinnlosigkeit findet Sinn
In Akzeptanz
Erklimm die Spitze
Füll mein Herz
Du Sinnlose Utopie
Anstrengung
Die Angst vor dem Nichts
Fällt nicht
Zusammen
Kreisrunde Tugend
An die ich stets gebunden
Bleib bitte nicht
Keine Hast
Oder mein Verstand
Entwischt
7. VERLANGEN UND DAS MEER
Einsicht ebbt salzig auf meiner Zunge ab.
Zerschelle an den Klippen, die du formtest.
Seh, wie du waltest.
Seh, wie du wütest.
Seh, wie wunderschön du bist im allergrößten Sturm.
Seh, wie alle meine Einzelteile abtreiben.
Du wirfst um dich, mit allem was du hast.
Doch am Meeresgrund, sind die Wellen außer Acht.
Wenn du im Silberlicht liegst, scheinst du undurchdringlich.
Doch Liebe sinkt sechs Meilen tief.
Und ich liege mit vollem Herzen an deinem Grund
und ertrink an meinem Glück.
Dein Rauschen wiegt mich wohlwollend in Hoffnung.
Deine zarten Fingerspitzen langen bleich nach meinen.
Du nimmst meine Hand, bis mein Rund in dir versinkt.
Du bist formlos, doch so schön.
Füllst meine Krater, bis sie überlaufen.
Flutest jeden meiner Risse, bis ich untergeh.
Du nimmst mich vollkommen ein.
Und ich übernehme mich.
Ich fühle mich wie Unterwasser;
der leichte Druck auf meinen Brustkorb, der jeden Herzschlag intensiviert;
die Schwerelosigkeit, die immer schwerer scheint, je tiefer ich sinke;
die drückende Stille, in der sich gutgemeinte Hoffnung in tausend Stücke Unverständnis teilt;
die lähmende Ohnmacht, während alles aus meinen Händen gleitet;
die Einsicht, dass Sauerstoff in dir existiert, doch du es mir unmöglich machst zu atmen.
8. HAND IN HAND IN HAND
Kind des Sturms, halt mir die Hand
Hier am Strand
erschießt du mich
Der Fremde
trägt dein Gesicht
Sein Herz (wie deins)
lediglich Kaverne
Predigst mir so gerne, wer ich bin
Ohnehin
stapeln sich pagodisch Illusionen
Stets verloren
in iterativer Oxidation
durchsetzt Hoffnungslosigkeit
korallenhaft
mein durch dich geformtes Abbild
Repetitive Risse
durch deinen Meißel
In Alabaster schlummern
Zweifel; Hast
mir nie bewusst bewiesen wer ich bin doch hasst alles daran
Kind des Lichts, plan den Komplott
wie so oft
die unnachahmliche Verschiebung
Riesige Gewalt
Minimaler Halt
Emsiger Muskel
das Joch der Verletzlichkeit
Blass bleibt,
das Licht, das,
durch deine weinenden Augen,
auf unsere Hände scheint
Illuminierte Zärtlichkeit
Nähe aus Kulanz
Kind der Lust, brems den Instinkt
Unheil winkt
und du erwiderst
Tropf von der Decke
Sieh, dass
Spanischer Flieder
Falten wirft
problemlos mimikriert
optisch optimiert
visuell maskiert und
Ein Palast aus ihren Lügen baut
Der schlussendlich dir den Boden raubt

Mfg

Matthias 😀

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Olga Polikevic sagt:

    Talentierter junger Mann.
    Weiter so, Yannik.

    Gefällt 1 Person

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