Die Montagslyriker – Dagmar Olschewski

Einen wunderschönen Montagabend đŸ‘‹đŸ»đŸ˜ƒ

Heute dĂŒrfen wir, die geschĂ€tzte Kollegin Mia von Miasraum und ich, euch wieder jede Menge Frauenpower vorstellen und prĂ€sentieren. đŸ‘đŸ»đŸ˜€

Denn heute dĂŒrfen wir euch eine SchattenjĂ€gerin die ihre Fantasie in Worte kleidet, prĂ€sentieren.

Unsere Teilnehmerin: Dagmar Olschewski đŸ‘đŸ»đŸ‘đŸ»â˜ș

Doch wie immer lassen wir sie am Besten einfach selbst zu Wort kommen.

Einen riesigen Applaus fĂŒr:

Dagmar Olschewski đŸ‘đŸ»đŸ‘đŸ»đŸ‘đŸ»


Das Schreiben selbst hat mich verfĂŒhrt. Die Worte sind meine Muse und manchmal auch meine DĂ€monen. Ich liebte sie schon immer, brachte sie zu Papier, seit ich in der Lage war, Buchstaben zu malen.
Doch das Leben hat seltsame Umwege hervorgebracht. Eine akademische Ausbildung ließ mich jahrzehntelang den Zauber der Sprache vergessen und brachte mich zum Analysieren und Interpretieren.
TatsĂ€chlich wurde die Poesie in mir durch einen besonderen Menschen wieder wachgekĂŒsst. Auch wenn er kein MĂ€rchenprinz war und nicht einmal die QualitĂ€ten einer Muse trug, hat er dennoch durch sein Interesse an meiner Gedankenwelt den Zauber der Formulierungen neu zum Leben erweckt.
Der Mann verschwand, die Wirkung blieb. Indem ich meine Gedanken, GefĂŒhle und Fantasien in Worte kleide, verstehe ich sie selbst viel besser, entstehen vor meinem inneren Auge immer neue Bilder von mir selbst, immer neue Welten eröffnen sich mir.
Was ich schreibe, bin immer ich. Nicht alles ist biographisch, doch alles entspricht meiner Wahrheit. Manches davon scheint skurril oder utopisch. Ich habe nicht den Anspruch, gefĂ€llig und liebreizend zu schreiben oder zu sein. Meine Texte handeln nicht von Sehnsucht oder dem Schmerz unerfĂŒllter Liebe. Sie handeln von Licht und Schatten, von HöhenflĂŒgen und von tiefen TĂ€lern. Ja, ich bin eine SchattenjĂ€gerin. Ich habe keine Angst davor, die dunkelsten AbgrĂŒnde zu durchschreiten, den Finger in die Wunde zu legen, weder in meine noch in die der anderen. Aber ich tue das nicht aus Lust an der Qual. Sondern weil ich weiß, dass nur der Weg durch die Dunkelheit ins Licht fĂŒhrt. So schreibe ich und so lebe ich. Das ist es, wofĂŒr ich immer plĂ€diere und was ich von denen einfordere, die mich kennen lernen wollen.
Ich bin sicher nicht leicht zu finden, lebe in der tiefsten Eifel auf einem einsamen Berg. Ohne Nachbarn, aber auf einem sehr lebendigen alten Hof, mit Familie, Freunden und Tieren. Fast immer wird irgendwo irgendetwas gewerkelt, brennt irgendwo ein Feuer, an dem gegessen, geredet oder getrunken wird. Ich brauche nicht den Luxus einer Zentralheizung oder des Kulturangebotes einer Stadt. Aber meine persönliche Freiheit ist fĂŒr mich ein unverzichtbares Gut. Ich lasse mich nicht in eine Schublade stecken und tue das auch niemand anderem an.
So bin ich immer mit irgendetwas beschĂ€ftigt, sei es auch damit, einfach nur die stille Lebendigkeit der Natur zu genießen. Das Schreiben und Lesen findet mal mehr, mal weniger Raum in meinem Leben. Es gibt Phasen, da verschlinge ich jedes Buch, das in meine NĂ€he kommt. Dann wieder lese ich nicht einmal das, was ich selber schreibe. Literarische oder poetische Vorbilder habe ich nicht, mich inspirieren die Menschen, die mir begegnen und die Natur, die mich umgibt. Meine kleinen Texte schrieb ich anfangs nur fĂŒr mich, bis ich begann, sie auf Facebook zu veröffentlichen. Erst ĂŒberrascht, dann erfreut stellte ich fest, dass sie immer mehr Resonanz fanden. Momentan bin ich dabei, eine Sammlung meiner Gedanken zusammenzutragen, um daraus ein BĂŒchlein zu machen. Andere Wege der Veröffentlichung bin ich bisher nicht gegangen, denn noch ist das Schreiben selbst fĂŒr mich der grĂ¶ĂŸte Genuss. So findet man meine Texte bisher ausschließlich auf meiner Facebookseite.

Links:

https://tredition.de/autoren/dagmar-olschewski-29800/erzaehl-mir-vom-morgengrauen-paperback-125788

Cover:


MENSCHLICHKEIT
Wir haben uns selbst eingepfercht in KĂ€fige und sitzen unsere Lebenszeit ab wie StrĂ€flinge, bĂŒĂŸend fĂŒr eine Schuld, die wir nicht einmal beim Namen nennen können.
Wir haben vergessen, dass wir selbst die Baumeister unserer GefĂ€ngnisse waren und es immer noch sind. Jeden Tag beginnen wir damit, den SchlĂŒssel ins Schloss unserer KerkertĂŒr zu stecken und uns einzuschließen in unsere Vorstellungen und Überzeugungen.
Am Ende jeder Nacht, die uns TrĂ€ume von GlĂŒck und Freiheit schenkte, kehren wir zurĂŒck in unsere Zelle und vergessen unseren Traum.
Wir fĂŒhlen uns als Opfer unserer UmstĂ€nde und merken nicht, wie wir sie selbst erschaffen.
Dabei ist unsere KreativitĂ€t grenzenlos. Sobald wir beginnen, aus den Mauern und GitterstĂ€ben Wege und BrĂŒcken zu bauen, begegnen wir einander, können gemeinsam ein Paradies erschaffen. FĂŒr dich, fĂŒr mich und fĂŒr alle, die zu uns stoßen.
ROSAROT
Wenn dir jemand deine rosarote Brille aus dem Gesicht schlĂ€gt (denn freiwillig hĂ€ttest Du sie nie abgenommen) siehst Du plötzlich, wie grau die Welt doch eigentlich ist. Nichts macht mehr Freude, nichts macht mehr Sinn. Und Du bemĂŒhst dich verzweifelt, sie wieder aufzusetzen, oder, wenn sie völlig zerstört ist, schnellstmöglich eine neue zu finden.
Aber die Welt ist nicht grau. Wenn du genau hinsiehst, wirst Du feststellen, dass auch das Grau nur ein Filter vor deinen Augen ist. Die Welt ist bunt. Dein Leben ist farbig, mit unendlich vielen Nuancen, kontrastreich, schillernd. Mal strahlend, mal sanft, mal dunkel, mal hell, aber immer vielfÀltig. Und jede Farbe gehört zu dir.
Schau dir diese Vielfalt genau an, bevor Du der Versuchung erliegst, wieder zur rosaroten Brille zu greifen.
ERZÄHL MIR VOM MORGENGRAUEN…
Es wird dunkel. Die Nacht bricht ĂŒber uns herein. Ich spĂŒre schon die Schatten erwachen.
Bleib bei mir heute Nacht, damit die Dunkelheit mich nicht verschluckt, damit ich nicht verloren gehe in ihrer SchwÀrze.
Sprich zu mir vom Morgengrauen. Davon, dass auch diese Nacht vorĂŒber geht. So war es schon immer und so wird es immer sein. Sag es mir.
FlĂŒstere mir zu, wenn die Stille so lauthals schweigt, dass selbst meine Gedanken verstummen.
Erinnere mich an den Sonnenaufgang, wenn die mondlose Nacht alle meine Bilder verschlingt.
ErzÀhl mir von meinen Erinnerungen, wenn die TrÀume mir Wirklichkeit vorgaukeln.
Bleib bei mir. Mit dir wird auch diese Nacht ein Ende haben…
ERHEBE DICH
Wenn du merkst, dass du nicht hierher gehörst, lass nicht zu, dass die Welt einen Menschen aus dir macht, der in sie hineinpasst.
Wenn du spĂŒrst, dass du nicht dazu gehörst, lass nicht zu, dass andere dir ihre Meinung ĂŒberstĂŒlpen.
Wenn du glaubst, dass du nicht hinein gehörst, lass nicht zu, dass dieses System dir seinen Glauben einimpft.
Du kennst deine innere Stimme. Sprich aus, was sie dir zuflĂŒstert.
Du kennst deine Wahrheit. Handele nach ihrer Weisheit.
Erhebe dich aus dem Grau der Masse. Wenn du es wagst, der Welt zu zeigen, wer du wirklich bist, wirst du erkennen, du bist nicht allein. Wenn du aus dem Nebel der Anpassung hervortrittst, werden die an deine Seite kommen, die schon lange auf dich gewartet haben.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Olga Polikevic sagt:

    Gedanken in Wörter gekleidet von einem freien Geist, inspirierend, wegweisend, fast schon therapierend und man möchte mehr und mehr an diesen Gedanken teilhaben.
    Vielen Dank dafĂŒr Dagmar.

    GefÀllt 2 Personen

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