Die Montagslyriker – Robert Igel

Einen stürmischen Montagabend wünsche ich allen. 👋🏻☺️

Ja, mit dem erhofften Oscar ist es leider nichts geworden, so blieb wird es auch nichts mit dem Urlaub. 😂

Was natürlich auch etwas sehr positives hat, denn ansonsten müsste ich auf unseren heutigen wunderbaren Teilnehmer, der denke ich sofern man jenes sagen darf, 😅 in jener Runde zu meinen persönlichen Favoriten zählt verzichten, den meine überaus geschätzte Kollegin Mia von Miasraum und ich euch heute präsentieren dürfen.

Eine treue Seele mit der Vorliebe zur Barock-Dichtung 😍 ist unser Gast des Abends.

Darum möchte ich ihn herzlich begrüßen und auf unsere Montagslyriker – Bühne bitten.

Einen riesen Applaus für:

Robert Igel 👏🏻👏🏻😃

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)
Ich bin wohl das, was man einen poetischen Spät-Zünder nennen würde, auch wenn ich mich in meiner Jugend schon insbesondere auf musikalischem Gebiet intensiv ausgetobt habe. Bei mir spielt sicherlich der Wunsch nach Veränderung, dem Ausbrechen aus dem Alltag, aus von mir als festgefahren empfundenen Strukturen, sei es beruflich aber auch privat, eine Rolle. Hinzu kommt auch, dass mich seit geraumer Zeit ein wenig die Sehnsucht danach, etwas Bleibendes zu schaffen, antreibt. Kurz: die Midlife-Crisis?
2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)
ein Mensch der Gegensätze bist. Ein introvertierter Vulkan, ein rationaler Gefühls-Mensch, ein liebenswerter grober Klotz, der sich in der Hoch-Kultur genauso wohl fühlt, wie er sich gerne in der Gosse suhlt. Das ist manchmal nicht ganz einfach, insbesondere wenn man drinsteckt, aber: was ich mache, mache ich mit größter Leidenschaft und, was mein Herz erstmal erobert hat, das wird mich so schnell nicht mehr los.
3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)
Da ich Klassische Philologie und Germanistik studiert habe und auch beruflich neben vielem anderen versuche, meine Liebe zu den Alten Sprachen und der Literatur weiterzugeben, spiegelt sich das sicherlich auch in meiner Dichtung wieder und sie steht auf einem doch recht breiten Fundament.
Ich bewundere immer wieder aufs Neue die Klassiker Catull, Ovid und Martial, habe aber auch ein großes Faible für die vielfältige – und meiner Meinung nach völlig unterschätzte – europäische Barock-Dichtung. Gerade lese ich wieder viel in den französischen Symbolisten, den Expressionisten der „Weltendämmerung“ und Stefan George – wenn ich einen Lieblings-Dichter benennen müsste, würde sein Name sicherlich fallen.
4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)
Ich stehe noch ganz am Anfang, habe hauptsächlich Instagram (@zeitenwende.poetry) zur Veröffentlichung genutzt, plane aber im kommenden Jahr einen ersten Gedicht-Band unter dem Titel „augen-blicke.“ zu veröffentlichen. Bisher sind meine Gedichte sehr spontan entstanden und ich habe mich fast schon in einen Rausch geschrieben – immerhin ca. 1000 Gedichte in 3 Monaten -, dabei viel experimentiert, um einen eigenen Stil zu finden, der sich langsam auch am Horizont abzeichnet. So ein Buch ist für mich eine Mammut-Aufgabe, aber ich bin guter Hoffnung, dass das klappt.
5. Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir? )

Instagram: @zeitenwende.poetry


Stein
Der Fels dort
spürt den Schlag
der Wellen nicht,
er fühlt nicht,
wenn die Vogel-Krallen
sich an ihn klammern,
in ihm bohren,
es macht ihm nichts,
wenn Moos und Grünspan
ihn bedecken,
denn er vergaß
zu leben.

Erwachen
Die Kälte-Welle klatscht
von deiner Hand dir ins Gesicht,
der Wasser-Hahn, er kräht,
du bist noch nicht erwacht.
Zweimal zwei Pupillen
von grellem Licht geblendet
beäugen, mustern sich,
doch du erkennst dich nicht.
Wer bist du? Wo sind deine Träume?
Wo kommst du plötzlich her?
Hat dich das Schicksal hier vergessen?
Warum fällt dir das Lächeln schwer?

Ein neuer Tag
Wenn du mich ansiehst,
bricht der Morgen aus mir auf,
als würd‘ ein gänzlich neuer Tag entstehen,
als könnt‘ die Zeit, das Werk verrinnen
von Uhren durchweg unbesehen.
Und wenn dann Gedanken
in deines Augen-Lichtes Strom
zerfließen,
ist‘s, als läge ich in dir,
als führten wir die Welt gen Abend.

Erato
Dein stummes Strähnen-Spiel
lässt meine Saiten klingen,
siehst du mich an,
ertrinke ich im Ozean der Träume,
das Mond-Licht neidet
deiner Haut die Farbe,
beugt sich dein Mund zu mir,
fühl ich, was war, was ist,
den Ruf des Werdens
zu neuem Sein, zu neuen Lagern,
entzündest Kerosin
in meinen Eises-Adern
du küsst mich auch,
ganz ohne mich zu küssen,
du bringst mit sanftem Hauch
den Fels vor mir zum Schmelzen.

Mfg

Matthias 😃

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Olga Polikevic sagt:

    Einfühlsam, schön mit traurig-tragischer Note …

    Gefällt 1 Person

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