Buchrezension# 71 – Die Bürde des Zerfalls

Titel: Die Bürde des Zerfalls

Autor: Tobias W. Krampitz

Verlag: BOD Verlag

Erscheinung: 11.06.2020

Seitenanzahl: 219 Seiten

Inhalt:

„Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal an der Stelle einer Untotenstreitmacht marschiere und den Befehlen eines Vampirs gehorche“

Boris wird im Auftrag der Todeswache in die freien Baronien entsandt, um einen Mörder aufzuspüren, der den Ghulwald in Angst und Schrecken versetzt. Doch warum bei allen Göttern ausgerechnet er, ein Rekrut ohne Kampferfahrung?

Nur mithilfe des mysteriösen Vampirkriegers Festus und eines jungen Werwolfs gelingt es Boris, tief in die freien Baronien vorzustoßen. Dabei gerät er in eine Intrige, welche die bestialischen Morde in völlig anderen Licht erscheinen lassen.

Der Autor:

Tobias Krampitz erblickte 1990 in Nienburg in der Weser das Licht der Welt.

Obwohl er mit dem Schreiben erst nach der 9. Klasse angefangen hat, um seine Deutschnote zu verbessern, hing er lieber seinen Träumen nach, als in der Realität zu leben.

Mit 18 Jahren wollte er unbedingt Soldat oder Söldner werden. Dank des Grundwehrdienstes erledigte sich dieser Traum von selbst und er schlug eine berufliche Laufbahn im Speditionswesen ein. Für sein Interesse am Verfassen eigener Geschichten war diese Zeit jedoch entscheidend. Er dachte sich eine eigene Welt aus, fertigte eine Karte an und zeichnete Figuren.

Es folgten mehrere Kurzgeschichten, die sich zu einem größeren Kontext zusammenschlossen, der erste Buchversuch und mehrere angefangene Projekte.

Rezension:
Sein Blick fiel auf das Schwert, das neben ihm am Boden lag. Ein verfaulter Fuß stand auf der Klinge. Er kämpfte sich hoch, versuchte zu fliehen, doch der Untote packte ihn und warf ihn auf den Rücken.
Die Kreatur ging in die Hocke, griff nach seinem Hals und senkte das Maul, dass sich zum Zubeißen geöffnet hatte.
Boris ignorierte den Schmerz, drückte den Untoten mit beiden Händen weg, doch sein Gegner war zu stark.
»Verpiss dich, du Drecksvieh!«
Der Wiedergänger verpasste Boris eine Kopfnuss, kämpfte seine Gegenwehr nieder und biss nach seiner Kehle.
Alles drehte sich, sein Kopf dröhnte. Boris sah in die Augenhöhlen des Untoten, als ein Fußtritt dessen Gesicht traf und das Nasenbein zertrümmerte.
Die Klinge einer Axt spaltete den Schädel der Kreatur, eine Hand riss sie von Boris herunter.
»Steh auf«, befahl Festus, der ihn auf die Beine zog und den Weg entlangschubste.
Boris schleppte sich vorwärts, doch als er Kampflärm hinter sich hörte, blieb er stehen. Er warf einen Blick über die Schulter und sah Festus, der sich auf die Untoten stürzte.
Der Vampir metzelte sich mit Leichtigkeit durch sie hindurch. Er zerfetzte Fleisch und zermalmte Knochen, bis auch der Letzte von ihnen den Waldboden bedeckte. Er enthauptete die Körper, der regungslos daliegenden Untoten, wischte die Axt sauber und ging auf Boris zu.
»Alles in Ordnung?«, fragte Festus.
»Wo zum Henker warst du?«, brüllte Boris. »Da waren überall Untote.«
»Was du nicht sagst.«……..

Der Debutroman von Tobias W. Krampitz, „Die Bürde des Zerfalls“ ist ein sehr spezielles Werk. Denn mit seinem Inhalt punktet es im Genre Horror, sowie eben auch Fantasy. Eine Mischung aus eben jenen beiden Genren, dass die jeweiligen Herzen der Fans höher schlagen lässt.
Denn es zeichnet sich durch eben die übliche Landschaft und vielen bekannten Faktoren des Fantasy – Genres aus, wie Geister, Vampire, Ghule, Schwerter, Pferde und eben eine mittelalterliche – fantasie Landschaft aus. Im Bereich Horror ist es angesiedelt, da der Autor sehr detailliert beschreibt, was mit so manchem totem Korpus angerichtet wurde und wird und viele Horror Szenen nachzulesen sind, zudem ist es oftmals in einer unverschönten bzw. vulgären Sprache verfasst, was für eher sensiblere Menschen unangenehm sein könnte und desshalb sollte hier darauf geachtet werden als Leser, dass man hiermit eben kein Problem hat. Wobei dessen ohnehin das Cover schon dezent darauf hinweist.

Die Geschichte an sich ist spannend, mal auch ein wenig etwas anderes, neues da viele unterschiedliche Wesen vorkommen und in einer Geschichte zusammenfinden, wie oben erwähnt, die üblicherweise bzw. oftmals getrennt sind. Auch kreierte der Autor zudem eine eigene in sich abgeschlossene Welt, samt Landschaft und Ortschaften, die sich an der eigens erstellten Landkarte zu Beginne des Werkes, wunderschön studieren lassen was im Laufe der Handlung hilfreich sein kann und ist, aber auch zum Schluss des Werkes, kann der Leser im Glossar nochmalig nachschlagen.

Die Schriftfarbe/Sprache in jener der Autor seine Geschichte erzählt, trotz mancher Ausdrucksweise, ist eines Romans in diesem Genre mehr als würdig und gerecht und hebt sich sehr schön und stillvoll hervor und sticht sogleich in die Seele des Lesers.

Zwei kleinere Anmerkungen gibt es leider trotz allem zu erwähnen für die Leser. Eben die Orte und Namen der einzelnen Charaktere, könnten für manche Leser schnell verwirrend sein, da einzelne Charaktere und Orte oftmals rapide auftauchen ohne zuvor genauer betrachtet worden zu sein oder darauf eingegangen worden zu sein. Dies legt sich aber im Laufe der Geschichte und die Karte ist eben als Hilfestellung sehr geeignet.

Auch kommen selten aber doch, mehrere Handlungen/Aktionen plötzlich hintereinander, dass es Schlag auf Schlag geht und so es kurzzeitig und sprunghaft zu einem Spannungsabbruch kommt, was leider sehr schade ist, da man als Leser vielleicht dann doch nochmals kurz zurück blättern muss um die Szene nochmalig zu lesen, da es hierbei, man könnte sagen, ein wenig Aktion überladen ist. Sprich, es fehlt leider ein paar Mal, ein Auf und Ab des Spannungsbogens und es zieht sich dadurch eine Linie. Dies beeinflusst aber nicht wirklich die Geschichte oder die Handlung an sich.

Wie erwähnt, könnten manche Darstellungen/Schilderungen von Szenen, doch zu extrem für den ein oder anderen Leser sein, dessen sollte man sich beim Erwerb jenes Werkes dieses Genres aber bewusst sein.

Das Cover ist absolut passend zur Geschichte und wunderschön Verarbeitet und zeugt durch seine „schlichte“ Darstellung, von großer Kunst und ist absolut ansprechend und keineswegs übertrieben.

Alles in allem, ein interessanter und spannender erster Teil und Debutroman des Autors Tobias W. Krampitz, das trotz kleiner Anmerkungen/Hinweise absolut zu empfehlen ist, eben für Fans von Hardcorehorror/Gore und Fantasy und auf dessen Fortsetzung man schon sehr gespannt sein darf.

5 von 5 Sternen.

Cover:

Link zum Buch:

https://www.amazon.de/Die-B%C3%BCrde-Zerfalls-Band-1-ebook/dp/B089143WDT

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