Die Montagslyriker – Lily

Einen wunderschönen Montagabend 😃☕

Jaa, heute geht es mit der zweiten Teilnehmerin der neuen 9. Runde weiter. Sie ist gefesselt von Oscar Wild, Dorian Grey oder Van Goghs Sternennacht.

Aber wir wollen gar nicht zuviel Verraten. 😁

Einen großen Applaus fĂŒr

Lily: đŸ‘đŸ»đŸ‘đŸ»đŸ˜ƒ

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der DĂ€mon, der dich zur Kunst verfĂŒhrte?
(der Mensch, die Muse, das UnglĂŒck)

Als aller erstes will ich anmerken, wie schön ich die Fragestellung finde, denn sie beinhaltet schon viel von meiner Antwort. Meiner Meinung nach ist es tatsĂ€chlich oft Schmerz jeglicher Form, der aus Menschen KĂŒnstler macht. Um es ganz kitschig mit Hemingway auszudrĂŒcken: „We are all broken. That`s how the light gets in“. Es scheint mir so, dass Menschen, welche Leid und UnglĂŒck erfahren mussten auch offener fĂŒr die Schönheiten des Lebens werden. Gerade KĂŒnstler, die so gut darin sind, GefĂŒhle einzufangen und auf`s Papier zu bringen (ob als Zeichnung, Gedicht oder Lied) mĂŒssen erst jene GefĂŒhle erster Hand erleben und nun ja – fĂŒhlen. Durch Leid kann meiner Meinung nach ein vergrĂ¶ĂŸertes Wahrnehmungsspektrum entstehen. Deswegen fesselt uns Rezipienten Oscar Wildes Dorian Gray oder aber auch Van Goghs Sternennacht so, obwohl oder gerade weil beide wohl nicht „normal“ waren.
Um nicht noch weiter abzuschweifen und mit Höchstgeschwindigkeit wieder auf die Frage zurĂŒck zu kommen: Leid und Schmerz sind fĂŒr mich definitiv ein großes Ventil und um es mit den Worten aus der Fragestellung auszudrĂŒcken: Mein UnglĂŒck das mich zur Kunst verfĂŒhrte.
Der Mensch, welcher mich zur Kunst, prĂ€ziser gesagt zur Lyrik, verfĂŒhrte muss mein Opa gewesen sein. Falls ich eine Begabung habe, so ist sie gewiss von ihm.
Die Muse, die mich zur Kunst verfĂŒhrt ist wohl ganz klassisch die Liebe. Ich bin ehrlich, nichts schreibt sich leichter als ein Liebesgedicht nachdem man im Sommergewitter rumgeknutscht hat.

2. Wer dich kennenlernen will, muss wissen, dass du


– Tee liebst und immer erst mal Tee trinken willst
– Sexisten, Rassisten und Homophobiker gern des Landes verweisen wĂŒrdest und
– immer stehen bleibst, um abends die Sterne anzuschauen

3. Welche Götter verehrst du?

Ich bin vertraglich gebunden, hier zuerst meine Katze zu nennen. Anschließend will ich Florence Welch, die SĂ€ngerin von Florence and the Machine und Hozier nennen, diese Musik (und Songtexte) hat mich einfach geprĂ€gt. Autoren, welche ich verehre sind: John Green, Rupi Kaur, Joseph von Eichendorff, Paul Celan, Jane Austen und F Scott Fitzgerald.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?

Ich poste meine Gedichte auf meiner Instagramseite. Ehrlich gesagt habe ich auch ungefĂ€hr genauso viel Angst davor, dass meine Gedichte gelesen werden, wie davor, dass sie nie jemand liest. Demnach war mein oberstes Ziel noch nie, die Werke so bekannt wie möglich zu machen, auch wenn ich mich natĂŒrlich total freue, wenn sie anderen gefallen und sie vielleicht sogar etwas fĂŒhlen lassen. Ich denke mein oberstes Ziel ist es einfach, mich freizuschreiben. Alles, was danach passiert ist ein Bonus.

5. Und nun, zeige dich!

Gedicht Nr. 1
Manchmal versteh ich die Welt nicht mehr
und fĂŒhle doch so viel von ihr
was ich gar nicht will
ich fĂŒhle, wenn die Sonne am Himmel verbrennt
und der Mond sie fĂŒr die Nacht verdrĂ€ngt
ich fĂŒhle, wenn sich Kieselsteine drehen
und bei Menschen wie dir fĂŒhl ich,
wenn sie gehen.

Gedicht Nr. 2

 und obwohl ich gerne deins wÀre
bin ich nun mal meins.

Gedicht Nr. 3
Wir sind ein Kunstwerk
aus verschlungenen Armen
und Beinen
ein Mosaik
von WĂ€rme und Reimen.

Gedicht Nr. 4
Und manchmal steht sie im Regen,
doch sie ist wetterfest
– Meine Hoffnung.

Gedicht Nr. 5
Leben
schmeckt bittersĂŒĂŸ und kitzelt Blut aus Blumen
erweckt strahlend hell zÀhneknirschend so viel AmbiguitÀt
sieht Regentropfen auf Autobahnen zu und
wirbelt KindertrÀume umher
Leben
ist mit links nicht zu schaffen und mit rechts nicht einfacher
Aber verlieren war nie eine Option
Leben
heißt, sich in unendliche Morgende zu verlieben,
obwohl die Welt am Abend unterging.

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