Die Montagslyriker – Oskar Edel

Einen wunderschönen Montagabend wünschen euch wie immer die liebe Kollegin Mia von Miasraum und ich ☕

Heute geht es wieder weiter bei uns hier bei den Montagslyrikern mit unserem nächsten Teilnehmer der aktuellen 10. Runde.  Wir hoffen natürlich das es euch bisher gefallen hat und auch alle Teilnehmer bisher zufrieden waren. 珞

Doch lasset den Vorhang fallen und die Spiele beginnen mit unserem heutigen Gast. 

Warum er zu schreiben begann ist nicht wirklich eindeutig, aber zum großen Teil wahrscheinlich das Leben, die nicht immer harmonische Vergangenheit, sowie die Liebe. Diese Dinge formen seine Gedanken und Erinnerungen die auf Papier bringt.

Neben dem Schreiben betreibt er seit 15 Jahren Leistungssport und er ist ein nachdenklicher und begeisterungsfähiger Mensch mit einer hilfsbereiten Seele die leider oftmals ausgenutzt wird.

Das Interesse für das Schreiben, Literatur und Gedichte begann ab der 11. Klasse mit dem Werk von Franz Kafka „Die Verwandlung“.

All seine Werke veröffentlicht er auf Instagram.

Wir wollen natürlich wie immer nicht zu viel verraten und lassen ihn am besten selbst zu Wort kommen 

Und wünschen euch nun viel Spaß mit

Oskar Edel

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte? (Der Mensch, die Muse, das Unglück)

Diese Frage habe ich sehr häufig gestellt bekommen und ich kann nicht wirklich eine eindeutige Antwort dazu geben. Begonnen habe ich damit Freunden zum Geburtstag was besonderes zu schreiben. Den Aufwand betreibe ich allerdings nicht mehr. Es sind Dinge in meiner Vergangenheit passiert, die mich dann doch sehr geprägt haben, sei es das Mobbing in der Schule und dem daraus resultierenden mangelndem Selbstvertrauen, Freundschaften die sich auseinander gelebt haben oder Liebe die gescheitert ist sowohl bei mir als auch in meinem Umfeld. All diese Erlebnisse bilden sich zu Erinnerungen und Gedanken, die ich nicht aus meinem Kopf kriege. So entschied ich mich so zu Beginn der Corona-Pandemie dann die Dinge aufzuschreiben und im Frühjahr 2021 öffentlich zu machen. Um den Dämon also beim Namen zu nennen. Der Dämon bin ich selbst.

2. Wer dich kennenlernen will, muss wissen, dass du … (Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)

Ich bin ein sehr sportlicher Mensch, bin seit grob 15 Jahren relativ erfolgreich als Leistungssportler im Schwimmen tätig. Abgesehen vom Sport bin ich eher ein nachdenklicher Mensch, der sich viel mit der Vergangenheit beschäftigt, obwohl ich mich gerne auf das jetzt konzentrieren will. Man kann mich relativ schnell für alles mögliche begeistern, höre den Leuten gerne zu und bin jemand der überall hilft wo ich nur kann, was leider viel zu oft ausgenutzt wurde. Viele meinen ich sei zu nett, dabei bin ich einfach nur ich selbst.

3. Welche Götter verehrst du? (Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)

Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich als Schüler Gedichten und kreativem Schreiben, Literatur allgemein, eher negativ gegenüber stand. Erst als ich in der 11 oder 12 Klasse „Die Verwandlung“ von Kafka gelesen habe fing ich an das Schreiben und Literatur wertzuschätzen. Ich bin bis heute nicht sonderlich belesen. Das meiste, was ich lese, ist für mein Studium. Dennoch nehme ich mir gerne die Zeit dafür zu lesen, was andere auf Instagram an Poetry, Sprüchen oder Kurzgeschichten posten. Es gibt so viele Accounts die ich dafür empfehlen könnte.

Hervorheben möchte ich in dem Falle @louspoetry @nana_kollarczyk und @kippenkater.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen? (Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)

Alles was ich schreibe poste ich auf meinem Instagramkanal. So ist es frei zugänglich für jeden. Öffentlich aufgetreten bin ich mit meinen Werken noch nicht und hatte es auch eigentlich nicht wirklich geplant, da ich es nicht so mag mich öffentlich zu präsentieren, aber ich sage niemals nie.

5. Nun zeige dich

Instagram:

https://www.instagram.com/p_oe_try.2101/

Brief an meine Vergangenheit

Wir waren zum scheitern Verurteilt

Doch gab es da diese Anziehung

Sie hielt uns lange zusammen

Bis das Schicksal sie zerbrach

Ich ein Junge aus dem Ruhrgebiet

Du ein Mädchen weit weit weg

Trafen uns durch einen Zufall

Oder war es so gewollt?

Hatte ich Anfangs kein Bild von dir

Hast mir doch dein Vertrauen geliehen

Obwohl ich nicht wusste wer du warst

Warst du für mich eine Freundin

Du erzähltest von dir, von deinem Leben

Wie du Musik liebst, die Wissenschaft

Musik für meine Ohren

Wissenschaft die ich nicht verstand

So schnell wie du kamst

So schnell gewannst mein Herz

Waren wir auf einer Welle

Waren wir Welten entfernt

Die Welten kollidierten plötzlich

Für einen Moment stand alles still

Ich hielt ihn so fest es ging

Aber ich war kein Gegner für die Zeit

So entferntest du dich wieder

Zu dem Zeitpunkt ahnte ich nicht

Dies war der Anfang vom Ende

Die Ruhe vor dem Sturm

Das Universum ist zu groß

Zwei Welten mit so einem Abstand

Können nicht ständig kollidieren

Unsere Umlaufbahn hält uns fern

Der Kontakt blieb bestehen

Der Geschmack war bitter

Ich versuchte was neues zu starten

Süß wurde es nie wieder

Jahre vergingen so schnell

Einsam sitze ich hier

Schreibe meine Gedanken

Komme nicht vom Fleck

Du genießt dein Leben

Bewegst dich nach vorne

Hast mittlerweile einen Neuanfang

Unser Kontakt steht heute noch

Ich rede mir ein es ist okay

Aber komme nicht drüber weg

Ich will endlich neu starten

Denke ich nur an dieses Treffen

Wir waren zum scheitern verurteilt

Sah ich‘s nur nicht ein

Wünschte ich nur mal glücklich zu sein

Aber es ist okay

2101

Ein Marmeladenglas

Ein Marmeladenglas

Ein einfaches Marmeladenglas

Es weckt so viele Erinnerungen

Weckt dich wieder in meinem Kopf

Jahrelang steht es schon bei uns

Wurde für so viele Zwecke verwendet

Für mich wird es immer Marmelade sein

Selbstgemacht von dir

Von dir mit deinem großen Herzen

Dessen Liebe so unendlich ist

Und doch blieb nur dieses eine Glas

Welches jetzt leer ist

Alle denken es ist nur ein Glas

Ist es aber so viel mehr

Geschmack und Geruch lang verflogen

Heute ist es einfach nur ein Behälter

Versprach es dir zurückzubringen

Ein Marmeladenglas

Ein einfaches Marmeladenglas

Möglich ist das wohl nicht mehr

2101

Eine einfache Frage

„Wie geht es dir?“

Was antworte ich

Alles steht Kopf

Ich weiß nicht wohin

Will nicht mehr sein

Ich brenne von innen

Will niemanden belasten

Nichts anmerken lassen

So stehe ich hier

Was sage ich nun

„Mir geht es gut.“

2101

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