Die Montagslyriker – Sven Lawicki Punk Poetry

Einen wunderschönen Montagabend 😁☕

Heute geht es bei der lieben Kollegin Mia von @miasraum und mir weiter bei den Montagslyrikern und unserem nÀchsten Teilnehmer.

Er schreibt, denkt, rebelliert.

Seine Art Gedichte zu schreiben ist anders, denn keines seiner Werke wurde jemals bearbeitet, was eben genau jenen Klang, jenen Sound ergibt. Er schreibt seit seinem 14. Lebensjahr, einerseits aus Liebeskummer andererseits weil er nicht der breiten scheiß Masse, wie er selbst sagt angehören wollte und will. Das Schreiben ist fĂŒr ihn Rebellion, eine Rebellion die Welt ein kleines StĂŒck besser zu machen.

Er mag den Geruch von WalnĂŒssen auf feuchtem Boden und liegt gerne mit der Nase im Tau.

Seine Vorbilder sind unter anderem, Bukowski, Hunter, Ginsberg, Rimbaud, Urs Böke, Sven Regener, uvm.

Er macht eigene Lesungen, da er versucht Slams zu vermeiden. Dazu gibt es seine Werke auf Instagram nachzulesen und vier eigene GedichtbÀnder sind von ihm erhÀltlich.

Doch genug von uns, geben wir am Besten das Wort an ihm selbst ab, wie immer heißen wir ihn herzlich auf unseren Blogs #linkinbio willkommen.

Der Abend gehört

Sven Lawicki Punk Poetry

Sven Lawicki
Jahrgang 85
Poet
Poesie fĂŒr Dosenbierfußballer und VerrĂŒckte
„Ich sterbe noch genau ein einziges Mal fĂŒr dich

Dann kannst du mich mal“
Schreibt. Denkt. Rebelliert



Was ihn auszeichnet, ist seine eigene Art, Gedichte zu schreiben. Kein
einziges Gedicht wurde jemals auch nur annÀhernd bearbeitet. Das ergibt
dann diesen einzigartigen Sound. Ich weiß nicht, ob es mich an Jazz
erinnert, oder an ein paar Beat Poeten

Er mag den Geruch von zertretenen WalnĂŒssen auf feuchtem Grund.
Liegt gern mit der Nase im Tau.
Außerdem ist er der Herausgeber des Underground Literatur Magazins,
die „Klimperkiste“.
Das Teil erscheint unregelmĂ€ĂŸig wie Liebeskummer. Meistens im
Buchformat.
Mittlerweile hat der Punk Poet vier eigene GedichtbÀnder am Start:
„Seelenschrein“, „Liebe in deinem Kaffee und in meinem Joint“,
„LandUnter“ und 2021 erschienen: „TEILE TRÜMMER TRALLALA“.
Hinzu kommen zahlreiche Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum,
u.a.: Drecksack und MAULhURE.
Wer auf der Suche nach seichter, zartbesaiteter Lyrik ist, wird hier nicht
fĂŒndig werden.


Schaut außerdem mal an einer Lesung des Dichters vorbei

Soll was Besonderes sein. Munkelt man.
Weil dann das eine zum anderen kommt. Der Typ der alleine seine
„Schreibmaschine“ maltrĂ€tiert, immer auf der Suche nach diesem einen
Sound, der alles verÀndern wird, und dann die eigene Stimme, die das
ganze Ding zum Tanzen bringt
 Hoch dort oben auf den DĂ€chern der
Stadt, oder ganz tief unten durch die Kneipen ziehend und im Rausch der
Lichter schreiend, ohne auch nur ein Wort zu sagen

Typ? VertrĂ€umt, wĂŒtender Romantiker mit schrĂ€ger Beobachtungsgabe
oder so

Fuck off!
Einer der letzten Überlebenden von No Fucking Future

  • Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der DĂ€mon, der dich zum
    Schreiben verfĂŒhrte?
    (Der Mensch, die Muse, das UnglĂŒck)

  • Ich hab mit 14 Jahren mit der Schreiberei angefangen. Ich mĂŒsste lĂŒgen,
    wenn ich euch auftischen wollte, dass dies nichts mit Liebeskummer zu
    tun gehabt hĂ€tte. Ich war ganz schrecklich, unglĂŒcklich verliebt.
    Auf der anderen Seite, hat es mich schon immer angetrieben, anders zu
    sein, als das was die breite scheiß Masse so von einem verlangt.
    Ich hab in Wirklichkeit schon immer geschrieben und gesponnen, weil
    mich mein eigener Alltag selbst angeschissen hat. Nennt es Flucht

    Ich nenn es Rebellion.
    Mittlerweile bin ich viel rumgekommen. GlĂŒcklich natĂŒrlich nie.

Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du 

(ErzÀhl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von
deinen dunklen Geheimnissen)

Dass ich ein absoluter, unverbesserlicher Rebell bin. Der nicht aufgeben
wird diese Welt zu verbessern bis er sich wahrscheinlich selbst eines
Tages zugrunde gerichtet hat

Romantisch genug?

Welche Götter verehrst du?
(KĂŒnstler, die dich prĂ€gten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)

Ich lass den Einen oder Anderen aus

Bukowski, Hunter, Ginsberg, Kerouac, Burroughs, Rimbaud, Urs Böke,
Rocko Schamoni, Sven Regener, Claus LĂŒer, Miller, Weissner, etc.

Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, BĂŒchern,
Internet usw.)

HauptsÀchlich: Lesungen. Ich versuche diese Slams zu vermeiden.
Gibt n paar Werke auf Insta zu bewundern.
Hab n paar eigene GedichtbÀnder am Start, die man auch kÀuflich
erwerben kann. Das Ding bleibt natĂŒrlich Underground.
Heißt, schreibt mir ne Mail: sven.lawicki@web.de
Außerdem wurde mir ein paar Mal die Ehre zuteil, dass mich die BlĂ€tter:
„MAULhURE“ und „Drecksack“ veröffentlicht haben.
Internet: link Insta

Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst.
Mit einem Bild von dir? )

Gedicht „In Augenhöhlen“
In Augenhöhlen

(irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn

Auf der Suche nach dem Code des Sternendynamos
und der Gewissheit wer ein Dichter ist
und wer bloß ein ignoranter Schwanz sein kann
der warum auch immer meint
ein großer Dichter zu sein)
Tom Waits
Aber auf wen?
Auf dich bestimmt nicht
Du arroganter Hundeficker!
Hau in die Tasten mein Freund
Hau in die Tasten
Die Olympia wartet auf dich

Was sagst du?

Scheiß drauf. Dann schreib eben nackt!
Wen zum Teufel interessiert das schon

Von mir aus hau mit deinem Schwanz
auf die Tasten ein!
Schreibtischlampe an. Vorhang zu
HĂ€user sterben
Nutten singen Lippenstiftrot
Lass den verdammten Staub tanzen mann
Lass ihn tanzen

Aber pfeife nicht dabei
Das bringt UnglĂŒck
Macht die Geister in den Herzkammern blöde

Downtown unter aufgekratzten Laternen
Gehen sie angezogen vom Licht
In die Netze und bleiben kleben
Und die Toten summen
FĂŒr die Idioten und Dummen:
Dort draußen lernt man das Sterben
Noch vor dem Leben
Salz auf den Wangen
TrÀnen bohren Tunnel unter deine Lider
Bis alle Melodien den TotengrÀbern geweiht
Der Schriftsteller ist ein KĂ€fer

Haut nachts in die Tasten der Schreibmaschine
in Augenhöhlen sitzend
Von wegen Lesung
Wir reden von Verwesung
Und in den letzten Partikeln menschlicher Augen
taucht er in TrÀume die ihm nicht gehören
Durch das letzte winzige Korn der Netzhaut
Und natĂŒrlich verlĂ€uft er sich
Und irrt immer noch umher
Auf der Suche nach dem einen Gedicht
das ihn wieder zurĂŒck bringt
Auf eigenen Sonnenbahnen spazierend
mit dem LĂ€cheln der Kids aus Chicago
Wind knallt
SchĂŒsse knallen
Köpfe knallen
Typen knallen
Drogen knallen
Und AutotĂŒren
Draußen auf der Jagd nach dem verdammten Code
Betrug auf allen KanÀlen
Immerzu
Immer breit
Mann, –
in fremden TrĂ€umen herum zu wĂŒhlen
wie ein Besessener
geht nie gut
Geht immer vor die Hunde
Die stolze ErfĂŒllung deines kleinen Lebens
Durchaus erwÀhnenswert
Vielleicht kein Denkmal
Oder ein bedeutender Literatur Preis
Wobei das wirklich niemand braucht
der ernsthaft schreibt
Aber jetzt vergessen sie dich
Bist zu lange fort gewesen auf deinen Reisen
Tausend Mal bist du gestorben
Alleine mit 27 bestimmt 20-mal
Die kriegen es mit der Angst zu tun
Wenn sie dich sehen
Wobei es schon reicht
wenn sie an dich denken
Also verdrÀngen sie einfach
dass sie dich kennen

Hast den Hut verloren
Und die Lederjacke verschenkt
DĂŒnn wie ’n Unterhemd unterm Hemd

Mitunter fremd
Haare gekÀmmt
UnverschÀmt
Schreibst immer noch besser
als die ganzen Möchtegern Dichter
Und weil du zweifelsohne der Beste bist
Stecken sie aus
die Mikrofone
Und schÀtzen dich nicht!
Weil sie ignorante SchwÀnze sind
Und sie sich einfach nicht eingestehen
Das sie
Die ignoranten SchwÀnze
Schlichtweg gar nichts sehen
Stirbst langsam in letzten Briefen
Toten Dichtern gewidmet
In deren Augen du stets zu Gast bist
Draußen in der westlichen Nacht
Mit all ihrem Rauschen und den Sternen
die Fluten die trĂŒben Trassen
Gewillt der Liebe eine Chance zu geben
Auch wenn du genau weißt
dass sie dich tötet
Tanzt mit den Bildern des göttlichen Klagens
Bereit Melodie zu sein fĂŒr die VerrĂŒckten
Bereit ĂŒberhaupt zu sein
In einem Wolkenmeer aus Jazz Rhythmen
Tobend jammernd tanzend und kĂŒssend
auf den letzten Seiten Papier
die sie dir großzĂŒgig wie sie sind zur VerfĂŒgung stellen
um Göttliches zu schaffen an der verfluchten Olympia
Hau in die Tasten mein Freund
Auf dass du endlich zur Ruhe kommst
Wenn Herzen explodieren!
Geh nun mit dem Rot im Morgen
Und irgendein Bekloppter wird frĂŒher oder spĂ€ter
in deinen Augenhöhlen sitzen und alles
und ich meine alles alles
Alles endlich verstehen
Und den verdammten Code auf der Schreibmaschine tippen

Und es wird Musik sein
Oder Freiheit
Oder auch GleichgĂŒltigkeit
Scheiße ich weiß es nicht
Aber ich bin auch nicht du
Hau in die Tasten mein Freund

Hau in die Tasten mein Freund
Auf dass das Leben dir Zauber ist
Und der verfluchte Tod
eine Hommage daran

  1. Gedicht „Continental Geratter“
    Continental Geratter
    Geratter der alten Continental
    Ganze Zeilen verloren Leben
    Ganze WĂ€nde weiß
    Schwarz die Buchstaben uralt
    Die sterben in Worten
    Die sammeln sich in fremden SĂ€tzen
    Die werden zu Abschiedsbriefen
    LiebeserklĂ€rungen und fĂŒr beschissene Gedichte benutzt
    Zieren fortan WĂ€nde
    FrĂŒher hingen dort Fotografien
    Von deinen Lieben
    Aber alle fielen
    Der Krankheit Den Kriegen
    Kein Fototermin
    Auf der RĂŒckseite der Fotos erschienen
    Leer das Blatt
    die Wand weiß
    Der Kaffee ist bitter
    Das Bier wirkt erst nach dem Sechsten
    VorhÀnge sind immer zu
    Manchmal ist das Fenster gekippt
    Aber dann hÀngen tausend fliegende Ameisen dran
    Keine Chance mehr auf GlĂŒck
    Ich schÀme mich
    wenn ich lÀchele
    Von der Decke tropft der Schimmel TrÀnen
    Wahrscheinlich hat er Schnupfen
    Die Kakteen sind vertrocknet
    Die große Palme in der Ecke nicht weiter erwĂ€hnenswert
    Draußen ficken die Igel
    Landen die alten Forellen an einem Gitter
    Tot wie das Laub
    Der Specht spricht in einem Lied
    das er nie gehört
    Freunde sind auf Heroin
    Aber lange nicht mehr auf Koks

Irgendwo vergisst ein Kind in der Schule wie es heißt
und weint ganz bitterlich
An der ersten Zeile der Klassenarbeit gescheitert
Und ich möchte ihm sagen
dass das alles so scheiß egal ist
Einfach nur
weil Schlimmeres passieren wird
Der Wasserhahn tropft
Bereit dazu zu KrÀhen zu krÀhen
Als wĂ€ren die TrophĂ€en bloß TrophĂ€en
Und all die Nachbarn gleichzeitig am MĂ€hen
Zeiger gebrochen
Uhr hinkt der Zeit hinterher
70 scheiß Quadratmeter voll mit Worten schwarz die WĂ€nde
Und die Buchstaben die stehen geschrieben
Aber bewegen sich
Weil ihnen schwindelig ist
Und sie sich nicht sicher sind
ob sie nicht zusammenbrechen
Schritt fĂŒr Schritt
Kleine Gehversuche
Halten sich an der Tapete fest
Bereit eingeliefert zu werden
Aber mit der Gewissheit zu sterben
könnte man die WĂ€nde auch einfach wieder weiß anmalen
Die Kaffeemaschine spĂŒlt sich durch
Die Tasse mit dem SpĂŒlwasser lĂ€uft ĂŒber
Aber das interessiert die Tasse wenig
Die Katze ist fortgezogen
Die MĂŒllabfuhr dringt nicht bis in den Keller vor
Feuerzeuge sind leer
Streichhölzer auch
Kippen hab ich
solange wie der Automat an unserer Hauswand
seine PrĂŒfungen besteht
Der Name fÀllt mir nicht ein
Aber er hat Einen
Der Toaster funktioniert einwandfrei
obwohl der spottgĂŒnstig war
Draußen findet die verdammte Liebe
Gefallen an einem inneren Schatz
Der Schornstein hustet
Das Geratter und das ewige Bingen
der alten Continental hallt noch nach
in den Fluren
Stirbt mit den BlÀttern
Bleibt auf
ewig

Wie die VorhÀnge
Aber ganz ehrlich
Ohne mich

  1. Gedicht: „Klammern“
    Klammern
    Er blickt aus dem Fenster
    Er sucht nicht mehr
    Er hat sich gefunden
    Im Fenster
    Wenn sie klingelt wird man sie bitten einzutreten
    Wortkarg Tapeten und Plastikblumen
    Jenseits des Horizonts war er Punk gewesen
    SchiffbrĂŒchiger
    Eigentlich war er immer Dichter
    Wollte immer das eine Gedicht zu Papier bringen
    Jetzt ist er froh, wenn sie ihm beim Rasieren nicht weh tun
    Er blickt aus dem Fenster
    Und er sieht die Pflegerin und er sieht sich,
    denkt an KĂŒsse vor Jahren und an Punkrock und die scheiß Revolte

    Jetzt sieht er sich im Fenster
    Und er sieht sie
    Und alle Welt weiß wie schön sie ist

    Und bloß um sie zu Ă€rgern
    fragt er sie ob die Klammern in ihrer Lippe,
    denn nicht beim KĂŒssen stören


  1. Gedicht: „Lethargie“
    Lethargie
    Jetzt bloß nicht in Lethargie verfallen
    Kein einziges Ende ist weit genug entfernt
    um es nicht sehen zu können
    Kein Zauberer gut genug mich zu verstehen
    Kein Sklaven Schiff dort draußen eine LĂŒge
    Kein Krieg ist mehr wert
    als ein zÀrtlicher Kuss
    irgendwo dort draußen an der Theke

  1. Gedicht: „Kneipen Muster“
    Kneipen Muster
    Kneipenmuster studiert
    Tresen Regeln missachtet
    Aber immerhin hast du immer schön die Fresse gehalten
    Bist Mythos geblieben
    Du hÀttest wirklich alles sein können
    Vom Schriftsteller bis hin zum ZuhÀlter
    Warst mal Lehrer
    erzÀhlen sie sich nun
    Und inna Kneipe gegenĂŒber sagen sie
    dass du geerbt hast
    Und morgen bist du Krabbenfischer gewesen
    Wer weiß das schon
    Fakt ist, du fehlst
    Scheiße du fehlst uns allen
    Als hÀtten sie dem Tresen n riesiges Loch reingerissen
    SchÀbig
    Ohne dich fĂŒhl ich mich in der Spelunke einfach nicht mehr wohl
    Ich trink jetzt meistens zu Hause
    Und selbst dort fehlst du
    Dieses Zunicken deinerseits hab ich mir kontinuierlich erarbeitet
    Tag fĂŒr Tag ĂŒber drei beschissene Jahre oder so
    Hinsetzen
    Schluck Bier
    Kippe an
    Dann kurz und vorsichtig in deine Richtung geguckt
    Nicken
    Fertig
    Tag gerettet
    Neulich guckt einer vonna jĂŒngeren Fraktion inna Kneipe
    so vorsichtig zu mir rĂŒber
    Ich nicke
    Da steht der auf und legt mir nen Klumpen Hasch aufn Tisch
    Und dann geht der einfach
    Wer macht denn sowas? denke ich mir

    Steck ihn ein
    KopfschĂŒtteln
    Reg mich noch auf
    dass ich jetzt BlÀttchen kaufen muss
    Geh nach Hause
    Antesten und den Kopf schĂŒtteln
    Hoffentlich kommt der mir jetzt nicht stÀndig mit Geschenken,
    dass kann ich gar nicht leiden
    Wo kommen wir denn da hin?
    Ich meine, nicht dass ich mich jemals woran gehalten hÀtte


Aber so ’n paar einfache Grundregeln

Ich bitte euch
Die Sonne scheint woanders weiter
Ich muss an meinen Freund denken, den Theater Regisseur
Starre ins Nichts
Da nickt mir der Barkeeper zu und stellt mir n Bier hin
Ich hab keine Kohle mehr
Wenigstens einer, der’s verstanden hat

  1. Gedicht „Kowalski“
    Kowalski
    Sonnenaufgang inne TĂŒte gesteckt
    Die Stiefel halb geschnĂŒrt
    Vielmehr gestopft
    Alles in‘ Senkel gestellt
    was mir jemals was bedeutet hat
    Kriege gewonnen
    StreithÀhne geköpft
    BĂŒgeleisen mit Köpfen gestoppt
    VorhÀnge abgerissen und mit Liebesgedichten vollgeschmiert
    Dann alles mit Brandlöchern aufgewertet und liegen gelassen
    Den Duschkopf gegen die Wand gedonnert
    Wasser angelassen
    Der Katze liebevolle Blicke zugeworfen
    Die schnurrt gleich los
    Rucksack mit meinen Problemen und den Resten alter Tage gepackt
    N StĂŒck Pizza obendrauf
    Und ab geht die Fahrt
    Schwarz egal wo hin
    Hauptsache Bord Bistro
    Einige Biere spÀter bin ich immer noch pleite und der Kerl
    der mich so freundlich bedient hat tut mir beinahe leid
    Aber zahlen kann ich nicht
    Ich konnte die Fahrt schon nicht zahlen
    Und so gehe ich eben
    Lass die Schultern sprechen
    Ich kann gar kein Deutsch mehr
    DafĂŒr fĂŒhl ich mich viel zu gut
    Komm an in diesem scheiß Berlin
    Fahr mit der nÀchsten Bahn zu nem Freund nach Steglitz
    Aber der wohnt da seit Jahren nicht mehr
    Und das weiß ich ganz genau
    Also starre ich die Klingelschilder an
    Rauch ne Kippe und ĂŒberlege

Und genau das wollte ich eigentlich nie wieder

Überlegen

Ich fĂŒhl mich nicht ĂŒberlegen
Ich fĂŒhl mich auch nicht schlecht
Also klingel ich bei nem Namen der mir warum auch immer
gastfreundlich genug scheint

„Kowalski
“
So hießen die Gauner auf den TKKG Kassetten meistens

„Kowalski?
 Martha bist du das?“
Ich sag nichts

Ich sag gar nichts

Der Regen setzt ein

Es ist warm
FrĂŒher noch wĂ€r mir wahrscheinlich nach Weinen zumute gewesen

Ich hab noch drei Kippen
Aber immerhin keine Freunde


  1. Gedicht „Strawberry Fields“
    Strawberry fields
    Und Erdbeben
    Ganze Landstriche voll TrÀnen
    Auf beschissenen Wegen
    Als hÀtten wir n paar Leben zu geben
    Paar Groschen
    Kino Popcorn
    Film tot
    Keine Kunst ist auch keine Lösung
    Kein Denken ist nie das Gleiche
    als nie gedacht zu haben
    Dachterrasse
    Wand in Farben
    Blutrot die Sonne die dir heuchelt
    Leer die Gedanken
    Ist alles Krieg
    Ist
    Alles Hass
    Ist alles geschehen
    Ist nie wieder gesehen
    Ist alles vorbei
    HÀtte Vorspann sein können
    Ein schĂŒchternes Winken
    aus einer Straßenbahn
    Ein aus dem Wasser springender Fisch
    frĂŒh morgens bei den Fischerbooten
    Ein zugezogener Vorhang
    mittags gegen Drei

Ein paar Töne aus der Quetschkommode
Strawberry fields
Und Erdbeben
Und KĂŒsse die keine Liebe mehr sind
Sondern KĂŒsse
Film tot
Leben wĂŒrde ich das nicht nennen
Sondern Warten

WENN DU FERTIG BIST
BIST DU MUSIK

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