Buchrezension#82 – Mutti wars nicht

Titel: Mutti wars nicht

Autor: Gerd Hachmöller

Verlag: Goldegg Verlag

Erscheinung: 06.09.2021

Seitenanzahl: 171 Seiten

Inhalt:

Glauben Sie auch, dass Angela Merkel die Flüchtlinge ins Land gelassen hat?

Dass erfolgreiche Asylbewerber Asyl zugesprochen bekommen?

Dass die öffentliche Sicherheit durch die Flüchtlinge abgenommen hat?

Haben Sie auch das Gefühl, Deutschland müsste die Mittelmeerländer bei der Aufnahme von Flüchtlingen unterstützen?

Dann machen Sie sich gemeinsam mit Gerd Hachmöller auf eine Reise durch die vielen Klischees, Irrtümer und Legenden, die sich um Angela Merkel, die Flüchtlingspolitik und die Europäische Solidarität gebildet haben. Und die bis heute verbreitet werden.

Der Autor:

Gerd Hachmöller ist Co-Autor eines SPIEGEL-Bestsellers und einer Kolumne für den SPIEGEL. Nach dem Studium der Wirtschaftsgeografie sowie Volkswirtschaftslehre arbeitete er für die Europäischen Kommission und die regionalwissenschaftliche Forschung. Als Stabstellenleiter im Landkreis Rotenburg ist er u. a. für die Themen Migration und Integration zuständig. Der Dozent zu Fragen kultureller Unterschiede leitete außerdem eine Notunterkunft für Flüchtlinge und ist als systemischer Coach tätig.

Rezension:

Sie zählt zu den beliebtesten Politikerinnen Deutschlands, 2011 erhielt sie vom US-Amerikanischen Präsidenten Barack Obama die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA, 2015 stand sie im TIME MAGAZIN als “Person of the Year“, das Forbes-Magazin wählte sie viermal zur “Worlds most powerful Woman“, in zahlreichen Medien und Beiträgen wurde sie mehrfach als “Leader of the free World“ bezeichnet, ein Titel der nur dem Amerikanischen Präsidenten vorbehalten ist. In einer BBC Umfrage gilt unter ihrer Amtszeit, Deutschland als beliebtestes Land der Welt und auf dem internationalen Korruptionsindex steht Deutschland seit 2019 auf Platz 9 von 180 Ländern.

Die Rede ist selbstverständlich von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel!

Doch sogleich kennt auch jeder die berühmten Worte aus dem Jahre 2015 von ihr “Wir schaffen dass!“. Und genau jene Worte der deutschen Bundeskanzlerin sind es, die zu unzähligen heißen Diskussionen führen. Denn während die rechte politische Seite ihr dadurch eine offene Einladung für Flüchtlinge vorwirft, so sieht die linke politische Seite eine hochgelobte Geste darinnen die die Kanzlerin schon fast zur Heiligen in deren Lager mutieren lässt.

Doch das es genau keines der beiden Dinge zutrifft, zeigt der Autor Gerd Hachmöller in seinem Werk “Mutti wars nicht“. Denn nicht nur das jener Satz gar nicht von ihr persönlich stammt und die Flüchtlinge schon Wochen zuvor auf der Reise nach Europa/Deutschland waren, sind ein großer Trugschluss.

Der Autor zeigt in wirklich neutraler Sichtweise sehr gut auf was wirklich alles falsch lief in den Jahren der Flüchtlingskrise ab 2015 und geht detailliert mit öffentlich einsehbaren Statistiken mit beiden Seiten hart ins Gericht. Denn so zeigt er nicht nur das die rechte Seite ziemlich falsch liegt, sondern dass auch die “Schuld“ an jenen (linken) Menschen zu suchen ist, die selbst jene Flüchtlinge begrüßt haben, welche eigentlich nicht hier sein dürften, was er aus eigener Erfahrung als Arbeiter in einer Flüchtlingsunterkunft erlebt hat. Doch auch über die Medien und zahlreichen anderen Politikern, lässt er kein gutes Wort fallen. Denn weder ist Deutschland/Merkel alleinig schuld an der sogenannten “Willkommenskultur“, noch am Gegenteil. Denn er zeigt auf was vor allem Länder wie die Türkei, Italien oder Griechenland getan haben, was sie hätten nicht tun dürfen/sollen um noch mehr Flüchtlinge gezielt nach Deutschland zu leiten.

So hat eben die Türkei die Flüchtlinge als Erpressungsmittel benutzt um politische Entscheidungen gegen Europa durchzusetzen, während Länder wie Italien und Griechenland die Flüchtlinge so miserabel behandelten, um weitere abzuschrecken, oder gar Flüchtlinge bezahlt um einfach nach Deutschland weiter zu reisen und dort um Asyl anzusuchen. Oder wie andere Nachrichtensender oder Schlepper selbst den Flüchtlingen mit falschen Versprechungen die Flucht nach Deutschland schmackhaft machten. Der Autor zeigt klar auf das selbst das Dublin-Abkommen umgangen wurde von einigen EU – Staaten um Deutschland des schwarzen Peter zuzuschieben, sei es durch ein schlechtes Gewissen oder durch dessen simple Umgehung. Denn ging es rein nach dem Dublin-Abkommen wären theoretisch Länder wie Deutschland nicht verpflichtet Flüchtlinge aufzunehmen, doch wurde dies gekonnt öffentlich so gedreht das im Grunde Deutschland der Verlierer war.

Doch auch innerhalb Deutschlands gab es unzählige Fehler die begangen wurden, so das es eben fast ausuferte und so selbst in einzelnen Fällen Frau Merkel von eigenen Politikern umgangen wurde von beiden Lagern. Aber ihre fast stoische Art der Politikführung zuerst sehen was die Mehrheit des Volk möchte und dann Entscheiden, gewann zu 99%.

Ein wirklich sehr interessantes Werk über das Versagen aller EU-Länder, über Länder die Deutschland aus der Krise halfen und welche sie sogar erst möglich machten, über die falschen Darstellungen der Deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel von beiden Lagern, der Öffentlichkeit und den Medien und das Versagen einer Zusammenarbeit von Europa und einige Missstände mehr, was der Leser hier völlig unbefangen und unpolitisch nachlesen kann.

Für jeden interessierten Leser sehr zu empfehlen.

5 von 5 Sternen

Buchcover:

Link zum Buch mit Leseprobe:

Herzlichen Dank an Literaturtest für das Rezensionsexemplar!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Maccabros sagt:

    Sie war es nie, immer die anderen…

    Gefällt 1 Person

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